Sie sind hier: Home » Biblis und Ortsteile » „Die Bibliser Bürger stehen zu ihrem Rotkreuz“ 
08.58 Uhr | 14. September 2020

„Die Bibliser Bürger stehen zu ihrem Rotkreuz“ 

DRK BIBLIS: Übergabe des neuen Krankentransportwagens mit Abstand und geladenen Gästen  / Sehr viele Spenden  

DRK-Kreisverbandsvorsitzender Arnold Gutsche, Landrat Christian Engelhardt, Ehrenbereitschaftsleiter Karl-Heinz Schultheiß, Bürgermeister Volker Scheib und Ortsvereins-Chef Hans-Michael Platz (v.l.) freuen sich über den neuen Krankentransportwegen. Foto: Petra Gahabka

BIBLIS – Zur Einweihung des neuen Krankentransportwagens hatte der Bibliser Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) eigentlich einen Tag der offenen Tür mit Vorführungen und Besichtigung der Einsatzfahrzeuge geplant. Aufgrund der Coronarichtlinien kam es anders, am Samstagmorgen fand auf dem Parkplatz bei der Pfaffenauhalle in einem kleinen Rahmen mit geladenen Gästen die offizielle Übergabe statt. 

Schutzmasken, Anmeldeliste, Desinfektionsmittel, Mindestabstand, weit auseinander gestellte Stühle, an denen jeweils eine kleine Tasche mit Piccolo und Muffin stehen – die Alternative zum Sektempfang. Man habe es sich nicht nehmen lassen wollen, das neue Fahrzeug vorzustellen und für die große Spendenbereitschaft persönlich zu danken, begrüßte der Ortsvereinsvorsitzende Hans-Michael Platz die Gäste. „Ohne ihre finanzielle Unterstützung wäre die Anschaffung dieses Krankentransportwagens nicht so schnell möglich gewesen.“ Es habe sehr viele Spender gegeben, etliche mit kleinen Beträgen, nicht alle wollten auf der großen Spendentafel genannt werden. Durch verschiedene Schminkaktionen hätten auch die Kinder und Jugendlichen aus den eigenen Reihen – mit 27 Aktiven übrigens die größte JRK-Gruppe im Kreis – zur Anschaffung des neuen Einsatzfahrzeugs beigetragen, Rund 66.000 Euro hat der Ford Transit Custom gekostet, zirka zwei Drittel davon wurden gespendet, wie Schatzmeisterin Adelheid Schultheiß in einem Gespräch dieser Zeitung mitteilte.  

Hans-Michael Platz (l.), Vorsitzender des Ortsvereins, erklärt das Innenleben des neuen Krankentransportwagens. Foto: Petra Gahabka

„Die Anforderungen, die heute an Ausbildung, Material und Fahrzeuge gestellt werden, unterscheiden sich deutlich von denen vor drei Jahrzehnten, als wir damals unseren alten KTW angeschafft haben“, der gehe nun nach gut 28 Jahren in Rente, teilte der Ortsvereins-Chef mit. Ausgemustert werde er aber nicht, nach einem Umbau soll er als multifunktionaler Gerätewagen Logistik für Verpflegungseinsätze oder als Materialwagen für Sanitäts- und Betreuungseinsätze dienen. Ein weiterer Grund für die Umrüstung sei, dass nur noch Helfer mit der alten Führerscheinklasse 3 den Materialanhänger ziehen dürfen. Der Anhänger werde nach dem Umbau verkauft. Der neue Krankentransportwagen lasse sich auch als mobiler Sanitätsraum nutzen, wodurch man zur Entlastung des Rettungsdienstes beitragen könne,  wie zum Beispiel beim Scheunenbrand in Nordheim, „wo wir nach Abzug des Rettungsdienstes die sanitätsdienstliche Betreuung übernommen haben“, so Platz. Zum Fuhrpark gehörten noch zwei Mannschaftstransportwagen. 

Das Roter Kreuz sei aus fast keinem Lebensbereich wegzudenken, dankte Landrat Christian Engelhardt in seinem Grußwort „für das außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement, das Sie als Teil des Roten Kreuzes für die Gemeinschaft hier vor Ort leisten“. Die Hilfsorganisation sei ein großer Leistungsträger, wenn es darum gehe, Rettungsdienst zu leisten, sie führe Blutspende-Aktionen durch, engagiere sich in der Arbeit mit Senioren und Kindern oder im sozialen Bereich wie der Kleiderkammer. Ein Sanitätsdienst stehe bereit, wenn vor Ort gefeiert werde, es werde mit angepackt. Was das Rote Kreuz mache sei ganz außergewöhnlich. „Danke, dass Menschen wie Sie im Kreis und den Gemeinden vor Ort engagiert sind, um unser Zusammenleben besser zu machen.“.

Nach einem Musikstück des ehemaligen Jugendleiters Pierre-Olivier Denise auf der Trompete, gab es auch lobende Worte von Bürgermeister Volker Scheib. Für diese besondere Organisation sei es ihm eine Ehre, den Gruß vom Gemeindevorstand, der Verwaltung und der Vorsitzenden der Gemeindevertretung Rita Schramm vorzubringen. „Eine gewisse Demut ergreift mich, wenn ich dieses Engagement vor Ort sehe.“ Der Verein habe sich nicht nur im Alltag bewährt, sondern auch in Corona-Zeiten, Mitglieder hätten Hunderte von Mund-Nasen-Bedeckungen genäht und kostenlos verteilt. „Menschen, die helfen, ohne dass man sie dazu auffordert, dafür steht das Rote Kreuz Ortsgruppe Biblis“, dankte der Rathauschef den Aktiven und sicherte seine Unterstützung zu. 

Der DRK-Kreisvorsitzender Arnold Gutsche schloss sich den Worten der Vorredner an. Er sehe selten eine so große Spenderliste der Bürger, die für eine gemeinnützige Organisation zur Anschaffung eines Fahrzeuges Geld spenden. „Das ist sehr ungewöhnlich und zeigt, dass die Bibliser zu ihrem Rotkreuz stehen und wie der Ortsverein in der Gemeinde verwachsen ist.“ Der neue Krankentransportwagen könne jederzeit auch im Katastrophenschutz eingesetzt werden. Es sei wichtig, die Fahrzeuge dezentral zu haben, um schnell reagieren zu können. Danach war der Ford Transit, der mit seinem Kennzeichen HP-RK 1934, das Gründungsjahr des Ortsvereins dokumentiert, zur Besichtigung freigegeben. Petra Gahabka

 

 

Beitrag teilen Facebook Twitter

Geschrieben in Biblis und Ortsteile, Lokal

Schreiben Sie einen Kommentar

5 + 7 =
6 + 10 =
7 + 6 =