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Deutliches Zeichen für Klima- und Umweltschutz gesetzt

Schüler des Litauischen Gymnasiums fanden im Zeichen von „Friday for Future” klare Worte für die Themen der Zukunft / Absage an Schulschwänzerei

Julia Hörl (l.) vom Organisationsteam „Friday for Future” des Litauischen Gymnasium erläuterte Schülern, Lehrern und Eltern, wie man durch bewusstes Handeln Müll vermeiden kann. Foto: Benjamin Kloos

HÜTTENFELD – Die „Friday for Future”-Demonstrationen sind derzeit in aller Munde  in vielen Städten gehen freitags während der Schulzeit Schülerinnen und Schüler auf die Straße, um sich für Klima- und Umweltschutz einzusetzen. Auch im Litauischen Gymnasium in Hüttenfeld beschäftigen sich die Schüler mit diesen zukunftsweisenden Themen, wobei der Schwerpunkt auf der Frage liegt: Was bedeutet dies für jeden Einzelnen?

Vor diesem Hintergrund fand am Freitag eine besondere Informationsveranstaltung auf dem Schulhof des Gymnasiums statt – abgesprochen sowohl mit der Schulleitung als auch mit der Schülervertretung, um zu unterstreichen, dass er hierbei keineswegs um Schulschwänzerei, sondern vielmehr um den Inhalt geht. Daher wurde die Aktion auch nach dem Unterricht geplant, ebenso wie die Plakate – übrigens umweltbewusst aus Schmierzetteln und Rückseiten von Blöcken hergestellt – kreiert und gebastelt. Im Vordergrund stand die Auseinandersetzung der Jugendlichen mit den Fragen ihrer Zukunft: Was bin ich selbst bereit zu ändern, was kann ich anders machen und wo sehe ich die Möglichkeit, etwas für den Planeten Erde zu ändern. 

Die Idee für die Aktion entstand während des gemeinsamen Besuches von Schülern des Litauischen Gymnasiums mit ihrer Lehrerin Sandra Haffa bei der Großdemo in Mannheim, die im Rahmen ihres Unterrichtes stattfand, inklusive ausführlicher Vor- und Nachbereitungen. 

„Jeder von uns sollte überlegen, was er an jedem Tag für den Klimaschutz tun kann. Es geht nicht darum, das Konsumverhalten jedes Einzelnen mit Zwang zu verändern, sondern darum, was Ihr tun könnt”, riefen die Mitglieder des „Friday for Future”-Organisationsteam des Litauischen Gymnasiums zu Beginn der Aktion ihren Mitschülern zu. „Auch an unserer Schule kann noch viel für den Klimaschutz getan werden, daher demonstrieren wir heute, wie viel Plastik hier alleine von uns Schülern produziert wird.” Dieser Plastikmüll wurde gut sichtbar auf der Eingangstreppe zum Litauischen Gymnasium platziert. 

Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 12 hatten zudem Infostände vorbereitet. Hierbei ging es unter anderem um die richtige Mülltrennung, die Müllvermeidung und Upcycling, aber auch die Umweltverschmutzung war ein wichtiger Themenbereich. Das Friday for Future-Team des Litauischen Gymnasium stand zudem für Fragen zur Verfügung – ein Angebot, welches eifrig genutzt wurde.

Im Rahmen der Informationsveranstaltung sprach der TIP mit Julia Hörl aus dem Organisationsteam. „Wir sind mündige junge Menschen und haben eine Meinung. Mit dieser Veranstaltung, die bewusst keine Demonstration, sondern eine Informationsveranstaltung ist, wollen wir verdeutlichen, um was es bei Friday for Future geht. Diese Aktion liegt uns sehr am Herzen, gerade an unserer Schule haben hier noch Handlungsbedarf, wie auch die Plastikmüllsammelaktion gezeigt hat”, erklärte diese. „Dabei handelte es sich um Plastikmüll, den wir wirklich selbst verwenden, und der in den Klassenräumen gesammelt wurde. Dies war hauptsächlich Verpackungsmüll. Wir wollen heute darüber sprechen, wie wir diesen vermeiden können, beispielsweise durch die Verwendung von Brotdosen oder eigenen Taschen beim Einkaufen. Gerade bei Sachen, die man nicht recyclen kann, sollte man sich die Frage stellen, welche Alternativen es gibt. So kann man vielleicht das gebrauchte Laptop älterer Geschwister verwenden oder statt einem neuen Handy ein gebrauchtes Handy erwerben”, stellte Julia Hörl klar. „Es ist wichtig, dass man da ist. Denn es macht einen Unterschied, je mehr Demos es gibt, um so auffälliger wird es. Wir hoffen, dass sich in der Politik etwas ändert. Wir sind die Wähler von morgen, unsere Meinung ist wichtig. Und wenn wir etwas verändern wollen, müssen wir mit einem positiven Beispiel vorangehen, obwohl es nicht alleine die Schuld der Schüler und der Bürger ist, sondern vielmehr von oben, wo wir keinen Einfluss haben. Genau deshalb ist es wichtig, im Kleinen anzufangen, um auch oben etwas verändern zu können.”

Den Organisatoren seitens des Litauischen Gymnasiums war ein weiterer Aspekt wichtig: „Es geht uns um die Schüler. Wir wollen keine politische Werbeveranstaltung, gerade im Vorfeld der Europa- und Bürgermeisterwahlen haben wir bewusst darauf verzichtet, Politikern Redezeit einzuräumen. Denn die Aktion ist von Schülern für Schüler – und weitere sollen folgen”, schloss Julia Hörl im Gespräch mit dem TIP.

Die Veranstaltung stieß sowohl bei den Schülern als auch den Lehrern auf positive Resonanz, wie auch Oberstufenleiterin und Politikfachlehrerin Dr. Gabriele Hoffmann bestätigte: „Wir können stolz darauf sein, dass unsere Schüler das, was sie im Unterricht gelernt haben, anwenden und zeigen, dass sie sich für unsere Gesellschaft interessieren.” Und wer die engagierten Schülerinnen und Schüler dabei beobachtete, wie sie versuchten, ihren Mitschülern die wichtigen Themen näher zu bringen, erkannte direkt: Hier handelt es sich keineswegs um das häufig unterstellte Schulschwänzen, was in anderen Städten sicherlich teilweise zutrifft, sondern vielmehr um eine bewusst in engem zeitlichen Rahmen gehaltene Aktion, die den Schülern wirklich am Herzen geht – und die äußerst wichtig ist, denn es geht um die Zukunft, sowohl der Schüler als auch von uns allen. Benjamin Kloos

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