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15.40 Uhr | 2. Juni 2022
BILDUNG: 13. Forschertag des Netzwerkes der Forscherwerkstätten zog in den Bann

Der Stadtpark wurde zum großen Forscherlabor 

Ajla und Sofia von der Alfred-Delp-Schule sorgten mit ihren Experimenten zu den Eigenschaften von Metallen beim Verbrennen für Begeisterung. Benjamin Kloos

LAMPERTHEIM – Sehen, Staunen, Mitmachen und Experimentieren hieß es am Donnerstag nach zwei Jahren Pause endlich wieder – der Stadtpark wurde dabei zum großen Forscherlabor. Erstmals fand der Forschertag des Forschernetzwerkes damit unter freiem Himmel statt, was der Freude am Experimentieren keinen Abbruch tat, im Gegenteil: Fröhliches Lachen und Stimmengewirr der zahlreichen jungen und auch älteren Besucherinnen und Besucher machte deutlich, wie sehr diese seit 2008 in der Lampertheimer Kindergarten- und Schullandschaft fest verankerte Veranstaltung gefehlt hatte. 

Denn Kinder sind von Natur aus neugierig – diese Neugier zu fördern sowie am Leben zu erhalten, ist eines der Ziele der Lampertheimer Forscherwerkstatt. Von der Kindertagesstätte bis zum Abitur und darüber hinaus bis zur Ausbildung und in den Beruf hinein wirkt diese bundesweit einmalige Zusammenarbeit zwischen Kitas, Grund- und weiterführenden Schulen. Ein weiterer Vorteil der Forscherwerkstatt: Nicht nur das Forschen selbst, sondern auch die Sprachentwicklung wird gefördert. Mit im Boot des Forschernetzwerks sind neben den Lampertheimer Grundschulen auch alle Kindertagesstätten sowie die weiterführenden Schulen.

Netzwerkkoordinatorin, Dr. Sabine Nieter erläuterte in ihrer Begrüßung, dass zahlreiche Experimente darauf warteten, durch die Besucher ausprobiert zu werden. „Es gibt für mich heute drei Gründe zur Freude: Erstens weil wir nach zweijähriger Pause wieder so ein reges Treiben aufbieten können, mit 190 Akteuren. Zweitens, weil ich an allen 13 Forschertagen teilnehmen durfte und merke, dass der Forschergedanke in Lampertheim weit vernetzt ist und dass alle dessen Mehrwert erkannt haben. Und drittens, weil das Wetter heute ideal ist. Dies ist alle nur möglich, weil alle Akteure des Forschernetzwerkes sich dem Forschen verschrieben haben”, strahlte sie. 

Der Erste Stadtrat Marius Schmidt hob hervor, dass die „Zahl 13 am heutigen Tag eine Glückszahl ist. Denn es handelt sich um den 13. Forschertag. Dies ist ein wunderbares Umfeld, um Ideen und Forschungsarbeit zu präsentieren. Von Kindergärten über Grundschulen bis zu den weiterführenden Schulen sind zahlreiche junge Forscherinnen und Forscher mit dabei. Und das ist wichtig, denn das Forschen befriedigt die Neugier und vermittelt gleichzeitig Wissen über naturwissenschaftliche Zusammenhänge.”

Höchste Konzentration: Beim LGL warteten auf die jungen Forscher unter anderem Experimente zum Thema Gleichgewicht. Benjamin Kloos

Nach der Eröffnung konnte an zahlreichen Ständen nach Herzenslust geforscht und beobachtet werden. An jedem Stand warteten Experimente, außerdem standen die Kinder mit Erzieherinnen und Lehrern parat, um den Teilnehmern das Vorgehen beim Experimentieren zu erklären. Bauen und koordinieren lautete das Motto der Kita Rosengarten, und auch bei der Kita Guldenweg stand die Architektur im Blickpunkt: Hier konnte eine Leonardobrücke gebaut werden. Die Forscher der Kita Europaring hatten sich das Thema Schall auf die Fahne geschrieben und erklärten dies unter anderem anhand von Dosentelefonen, Gitarren und Klangschalen. Der Magnetismus wurde am Stand der Kita Falterweg erforscht, während es beim Fuchsbau um den Kompost-Kosmos ging. Die Kita Rosenstock beschäftigte sich in vielfältiger Art und Weise mit den Elementen und die Kita am Graben mit der Welt der Sinne. Bei der Kita Alfred Delp unterstützten die jungen Forscher, passend als Wissenschaftler gekleidet, die interessierten Besucher beim Bau von Hovercraft-Luftkissenbooten. Mit dem Thema Wasser setzten sich auch die Kita Mariä Verkündigung sowie die Kita Saarstraße auseinander. Und bei der Kita Hüttenfeld hieß es „Natur beobachten”, während man bei der Kita Neuschloß Papier schröpfen konnte.

Wie man eine Pfütze trocken legt konnte bei der Pestalozzischule herausgefunden werden. Die Forscher der Goetheschule präsentierte Wissenswertes rund um Kräfte und Gleichgewicht sowie Kitec-Autos. Die Wasser- und Oberflächenspannung stand in Fokus bei der Schillerschule, auch hier gab es spannende Experimente zu erleben. Hebel und Wippen standen beim LGL auf dem Experimentierplan, verbunden mit dem Gleichgewicht. 

Staunende Gesichter gab es auch bei ADS: Hier zeigten unter anderem Ajla und Sofia, welch unterschiedlichen Eigenschaften Metalle beim Verbrennen haben. Begeistert beobachten die Besucher des Standes, das die Flamme beim Kupfer grün leuchtet oder Eisen Funken versprüht – der gleiche Effekt wie er auch  bei Wunderkerzen zu beobachten ist. Zudem konnte bei der ADS das Wasser des Altrheins unter dem Mikroskop beobachtet werden.

Doch nicht nur Forschung, sondern auch Bewegung ist wichtig – und so wurde auch bei der 13. Auflage des Forschertages das Angebot der Jugendförderung genutzt, die mit dem Spielmobil Flitze Feuerstein für vielfältige Bewegungsmöglichkeiten sorgten, unter anderem mit einer Slackline. Abgerundet wurde der Forschertag durch einen Stand der Stadtbücherei mit Büchern zum Thema MINT sowie einer Steinzeitjagd. 

Und wer Lust hatte, konnte am Stand des Abiturjahrganges des LGL Kuchen und Muffins genießen und so die Aktivitäten rund um die Abiturfeierlichkeiten unterstützen.

Die Kinder sollen zum Forschen und naturwissenschaftlichen Arbeiten angeregt werden, mit den Experimenten soll das Interesse und die Neugier geweckt werden – dies sind die Ziele des Forschernetzwerkes. Und dies gelang an diesem Tag einmal mehr auf besondere Art und Weise, wie die zahlreichen strahlenden und neugierigen Gesichter bewiesen, und das noch in der schönen Atmosphäre des Stadtparks und an der frischen Luft. Benjamin Kloos

 

 

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