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Bundeswasserstraße braucht Berlin zur Entschlammung

Informationsfahrt auf dem Altrhein mit Bundestagsabgeordnetem Till Mansmann

Gleich geht es an Bord zu einer informativen, aber sehr entspannten Lampertheimer Küstenfahrt bis nach Worms und zurück (vorne im Bild: Werner Reuters, Helmut Hummel, Till Mansmann, Albert Breckner und Thomas Bittner). Foto: Hannelore Nowacki


LAMPERTHEIM – Am Alten Hafen legte die Fähre „Frischling“ sanft gleitend ab, an Bord eine kleine am Thema Altrhein interessierte Gesellschaft um den FDP-Bundestagsabgeordneten Till Mansmann, in Begleitung des FDP-Fraktionsvorsitzenden Thomas Bittner und Stadtverordneten Helmut Hummel, die Schiffsführer Werner Reuters mit Ehefrau Ursula am Freitagnachmittag zu einer mehr als zweistündigen Lampertheimer „Küstentour“ eingeladen hatte. Bei gutem Mittelwasser, wie Reuters erklärte, ging es mit der leichten Strömung Richtung Neurhein mit dem Ziel Worms, vorbei am Industriehafen, Fretter Loch und maigrüner Landschaft. „Für unsere Fähre jetzt optimal, aber bei niedrigerem Pegel müssen die Frachtschiffe zu den Industriebetrieben am Altrhein einen Teil ihrer Ladung in Worms auf LKWs umladen“, erläuterte Hummel. Jährlich werden 500.000 bis 600.000 Tonnen Fracht geliefert. Das große Problem sei jedoch die Verschlammung ab Flusskilometer 2,6 beim Wassersportverein. Die kurze Pause an der Anlegestelle hinter der Wormser Rheinbrücke nutzten die Passagiere zur geschichtlichen Erkundung und um im Gespräch die Eindrücke dieser besonderen Fahrt zu diskutieren. Der Heppenheimer Bundestagsabgeordnete, der auch Kreistagsabgeordneter ist, war noch nie auf dem Altrhein unterwegs, ein Erlebnis, das er mit dieser Fahrt nachholte. Nach dem Vergnügen kam das feste Versprechen, sich in Berlin persönlich und nachdrücklich um den Erhalt des Altrheins zu kümmern. Zuvor habe er schon Bürgermeister Gottfried Störmer getroffen, der ihn über die komplizierte Sache informiert habe, teilte Mansmann mit. Mit dem Blick voraus auf den ruhigen Altrhein stand er zunächst neben Schiffsführer Reuters am Steuer, der ihn auf die Landschaft rechts und links hinwies, hier die Vereinsheime und Anlagen der Wassersportvereine, die Liegeplätze von Motorbooten und Jachten, dort das Naturschutzgebiet Biedensand mit seinen lichten Auenwäldern. In die lehmigen Steilwände haben Mauersegler ihre Bruthöhle gegraben, erklärte Stadtverordneter Hummel (FDP), der neben Jörgen Altlauff von der Altrhein-Initiative (ALA) und Albert Breckner mit Ehefrau Karin zu den besonders gut informierten Passagieren gehörte. Auch Eisvögel gebe es hier, merkte Ursula Reuters an, die sogleich eine harmlose Wasserschlange entdeckte, die am „Frischling“ vorbei zügig ans andere Ufer zum Biedensand strebte. Zwei weiße Schwäne waren in ihren Nestern beim Eierwenden zu beobachten, während eine Gruppe Stockentenmännchen und einige Gänse sich offenbar entspannt die Zeit vertrieben. Im Funkverkehr sprach sich Reuters mit anderen Schiffen über die Fahrt ab, ein übliches Vorgehen, erklärte er seinem Gast, der aus seiner zweijährigen Marinezeit auch Wassererfahrung mitbringt und einen Bootsführerschein hat.

Auf dem Altrhein ist Leben, Wasservögel und Wassersportler teilen sich das Revier. Foto: Hannelore Nowacki


Die etwa einen Meter dicke Sedimentschicht sei Sondermüll, resultierend aus Altlasten früherer Fabriken und deren Schiffsverkehr, die Entsorgung koste um die 12 Millionen Euro, erfuhr Mansmann. Doch der schöne Lampertheimer Altrhein ist eine Bundeswasserstraße – und das ist ein Problem. Nur der Bund als Eigentümer könne den Altrhein vor der Verlandung retten, erklärte Hummel, der froh ist, den Bundestagsabgeordneten Till Mansmann mit ins Boot geholt zu haben. Mit drei Abgeordneten im Verkehrsausschuss habe er bereits Kontakt aufgenommen, teilte Mansmann den Lokalpolitikern an Bord mit, man werde möglichst noch vor den Sommerferien gemeinsam den Kreis Bergstraße besuchen und auch die Themen B 47 und ICE-Trasse besprechen. „Es ist immer besser sich das selbst anzuschauen“, meinte Mansmann. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, gab Hummel zu bedenken, „mit Till Mansmann haben wir aber einen Bundestagsabgeordneten, der uns unterstützen kann“. Hummel erhofft sich auch von anderen Parteien Unterstützung: „Schön wäre, wenn über die Parteigrenzen hinweg gedacht würde“. Der erste Kontakt zu Till Mansmann sei bei einer Informationsreise nach Berlin auf Einladung des Bundespresseamtes zustande kommen, erzählte Werner Reuters. Beim Aktionstag „Lebendiger Altrhein“ am 19. August laden Vereine und Privatpersonen die Bevölkerung an den Altrhein ein. Hannelore Nowacki

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