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„Bürstadt auch 2018 Kulturhauptstadt der Region”

Nach Abberufung von Frank Herbert: Wie geht es mit der Kabarett und Comedy in Bürstadt weiter? / Bürgermeisterin Barbara Schader setzt weiter auf Kultur

Wie geht es mit der Kultur in Bürstadt weiter? Diese Frage scheint sich auch Vince Ebert zu stellen, der gern gesehener Gast im Bürgerhaus war und ist – so wie am 3. November, wenn er sein Programm „Zukunft ist Future“ präsentieren wird. Foto: oh


BÜRSTADT – Bürstadt zeichnet sich seit Jahren als Kulturstadt aus und hat sich besonders im Bereich der Comedy, des Kabaretts und der Kleinkunst einen Namen gemacht. Mitverantwortlich hierfür war über Jahre hinweg Frank Herbert, der es – mit Ausnahme des verlustreichen weil wenig besuchten Auftrittes von PUR vor wenigen Jahren – geschafft hat, dass bekannte deutschsprachige Künstler immer wieder gerne ins Bürstädter Bürgerhaus kommen. Seien es Heinz Becker, Dave Davis, das Kikeriki-Theater, Badesalz, Hagen Rether oder „Chako” Habekost. Im Sommer diesen Jahres wurde nun bekannt, dass Frank Herbert durch Bürgermeisterin Barbara Schader von dessen Aufgabe im Bereich Kultur abberufen wurde und zum Bauverwaltungsamt gewechselt ist. Dies bestätigte Bürgermeisterin Schader auch auf Anfrage des TIP.

Kulturfreunde besorgt
Immer wieder erreichen den TIP Leserbriefe oder Anfragen zur Versetzung von Frank Herbert, viele Menschen der Region machen sich Sorgen, ob und wie Bürstadt weiter Kulturstadt bleiben wird.
So wie Frau Ute Straub, die in ihrem Brief fragt, was „die Bürgermeisterin dazu bewegt, Frank Herbert von seiner Funktion im Kulturbeirat zu entbinden? Ich selbst und mein gesamter Bekanntenkreis waren immer gerne bei den zahlreichen Veranstaltungen mit renommierten Künstlern in Bürstadt zu Gast. Im Bereich Kultur ist Bürstadt ein leuchtendes Beispiel im Kreis Bergstrasse und weit darüber hinaus gewesen. Viele Besucher kamen aus Mannheim, Worms oder anderen Nachbarstädten nach Bürstadt. Welche anders Stadt kann auf so abwechslungsreiche Angebote von Satire, Comedy, Theater- und Musikgruppen verweisen? Dies gehört nun der Vergangenheit an. Wer soll sich denn künftig der Kulturarbeit widmen? Wer außer Frank Herbert pflegt denn die Kontakte zu Künstlern und Agenturen? Mit der Versetzung Herberts geht dieser Erfahrungsschatz verloren. Bürstadt macht nunmehr einen Schritt zurück ins vorige Jahrhundert. Bleibt mir nur noch, Frank Herbert für seine jahrelange ausgezeichnete Arbeit zu danken.”

SPD irritiert
Auch die SPD-Fraktion hat offizielle eine Anfrage diesbezüglich gestellt, in der sie die Hintergründe beleuchtet haben möchte. Dabei stellen die Sozialdemokraten unter anderem folgende Fragen: Gibt es für eine Versetzung einen konkreten Anlass, wenn ja welchen? ist dieser Versetzung eine Abmahnung für ein Fehlverhalten vorausgegangen? Sind die Verhältnismäßigkeiten der Mittel in diesem Fall gewahrt? Wie lautet die Stellungnahme des Personalrates zu diesem Vorgehen? Wie wird das neue Aufgabenfeld für Herrn Herbert beschrieben? Wird durch diese Versetzung die hervorragende Arbeitsleistung des Herrn Herbert im Bereich Kultur aufgegeben? Wenn ja, wer führt diese Aufgabe weiter?
Dies hat der TIP zum Anlass genommen, um ebenfalls bei Bürgermeisterin Barbara Schader nachzufragen, warum Frank Herbert versetzt wurde, wer dessen Nachfolger wird und ob Bürstadt auch weiterhin seinem Ruf als Kulturstadt gerecht werden und weiterhin Künstler aus den Bereichen Comedy und Kabarett in die Bürgerstadt mit Herz holen wird.

Kultur weiter wichtig
„Aus persönlichen, datenschutzrechtlichen und fürsorglichen Gründen kann und darf ich zu dieser verwaltungsinternen Versetzung keine Auskunft geben”, erklärte Bürgermeisterin Barbara Schader im Gespräch mit dem TIP und bestätigte lediglich die Tatsache der Versetzung von Frank Herbert vom Kulturbereich in das Bauverwaltungsamt. Gleichzeitig räumte sie mit Gerüchten auf, dass die Kultur in Bürstadt nicht mehr gefördert wird: „Die Kulturarbeit geht weiter. Das Kulturprogramm für 2018 steht bereits und auch für 2019 sieht es bereits sehr gut aus. Der Kulturbeirat existiert selbstverständlich auch weiterhin und wird seine erfolgreiche Arbeit weiter fortsetzen. Zudem können alle Kulturfreunde auch sicher sein, dass das Thema Kultur innerhalb der Verwaltung ebenfalls weiter vorangetrieben werden wird.” Wie genau die Kulturarbeit in den kommenden Jahren in Bürstadt aussehen wird, werden die kommenden Monate entscheiden – und auch, wer von Seiten der Verwaltung hierfür zuständig sein wird. Denn dies ist noch nicht geklärt. Gut nur, dass das Programm für 2018 bereits steht, dank des engagierten Kulturbeirates aber auch dank Frank Herbert. Der TIP dankt Frank Herbert für die ausgezeichnete Zusammenarbeit im Bereich Kultur in den vergangenen Jahren und wünscht ihm in seiner neuen Funktion viel Erfolg. Benjamin Kloos

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