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Bürgerhaussaal im närrischen Ausnahmezustand

500 Frauen bei der Frauensitzung des FFC Guud druff mitgerissen

uf der Bühne und im Saal ging es rund. Foto: Hannelore Nowacki

BÜRSTADT – „Seid ihr alle guud druff?“ wollte Brunhilde Walther von den 500 Frauen im Bürgerhaussaal wissen. Nicht unerwartet schallte die gemeinsame Antwort dynamisch mit „Ja“ zurück zur Bühne. Die Präsidentin des Bürstäder Frauenfastnachtsclubs Guud druff (FFC Guud druff) selbst war dann ebenfalls nahezu fünf Stunden sehr guud druff und unterhielt das Publikum mit Ansagen zum großen Programm mit nur einer Pause. Zuvor schon hatten die fantasievoll kostümierten Damen im Saal Gelegenheit sich stimmungsmusikalisch aufzuheizen und zu schunkeln. Auch später gab es häufig Anlass zur gemeinschaftlichen Bewegung, wenn nämlich die besonderen Leistungen auf der Bühne mit einem dreifach donnernden Helau und Guud druff belohnte wurden und eine Laola-Welle durch den Saal rollte.  Wie sich am Ende zeigte, sprengten die vielfachen Zugabenwünsche den ursprünglichen Zeitrahmen. Mit dem Einzug des Bürstädter Prinzenpaars Alexandra I. und Thomas II. in Begleitung von Annegret Fettel und Angelika Tremmel von der Vereins-AG war der offizielle Teil des Abends eröffnet. Diesmal hatte der Prinz allerdings nichts zu melden, die Prinzessin hatte das Wort und verkündete: „Wir Mädels feiern Fastnacht, dass es grad so kracht“. Als wäre das nicht schon ziemlich viel, sattelte sie noch drauf: „Wir sind doch doller wie die Männer“. Das Funkenmariechen Sabrina tanzte zu Ehren des Prinzenpaars, anschließend mit einer Gardetänzerin  im Röckchen, in die sich Prinz Thomas II. verwandelt hatte. Von da an gehörte die Bühne vorwiegend den Männern – acht Männerballette brachten die Frauen in Wallung, nicht wenige riss es förmlich von Stühlen, um im Rhythmus der Musik mitzuschwingen und die zum Teil atemberaubenden akrobatischen Vorführungen auf sich wirken zu lassen.

Spaß haben stand bei der Frauensitzung auf dem Programm. Foto: Hannelore Nowacki

Ausgefeilte Choreografien und rasante Kraftakte verbanden sich zu Geschichten, die die Männer tänzerisch umsetzten. Zur Ordensverleihung bat Präsidentin Walther immer auch die Trainerinnen auf die Bühne. Wie könnte es anders sein, auf dem Orden steht es Weiß auf Rosa: „Mä sinn immer alle Guud druff“. Aus Ludwigshafen waren die „Glücksritter“ mit ihrem Programm „Go West“ angereist. Der Heimat- und Carnevalverein Bürstadt (HCV) hatte zwei Teams entsandt – die Müllmänner verstanden sich auf Mülltonnenmusik, einstudiert von Florian Held, während das HCV-Männerballett zuerst ins Universum und zurück tanzte, um dann völlig abgespaced zu den Jecken nach Köln zu tanzen. Was den FFC Guud druff auszeichnet – es sind nur neun Fastnachterinnen, die aber Jahr für Jahr die Männer zum Mitmachen motivieren und den Frauen einen tollen Abend verschaffen. Ein anderer Club ist mit sechs Mitgliedern noch kleiner und stellt sein eigenes sechsköpfiges, sich selbst trainierendes Männerballett. Sie zeigten ihre „Ode an die Rettungsschwimmer dieser Welt“. Mit dem „Tanz der Un-Toten“, eindrucksvoll vorgeführt vom Männerballett der Wormser Prinzengarde Gloria 02, kam das perfekt inszenierte Grauen auf die Bühne. „Bauer sucht Frau“ beschäftigte das Männerballett aus Crumstadt mit dem pfiffigen Pferdewirt Franz und Schweinezüchter Schorsch. Mit dem Männerballett Schoppendales vom Carnevalclub Osthofen reisten die Zuschauerinnen in den afrikanischen Dschungel, während die Holzfäller vom SKK-Männerballett kraftvoll hochfliegende Bodenständigkeit bevorzugten. Ihr Motto: Lebt denn der alte Holzfäller noch? Die BRSG-Truppe Bürstadt lieferte als „Handwerker“ mit Engel eine witzige Spitzenarbeit ab, exakt choreografisch aufeinander abgestimmt. Stets mit einem Quäntchen Ungewissheit für die Zuschauerinnen, ob der Hammer oder die Faust nicht doch trifft. Rief doch Boxer Johann Kremser weit ausholend „rechter Haken, linker Haken, Zähne raus“. In den Wilden Westen zog es zu guter Letzt die „Traumtänzer“ vom BCV Bobenheim-Roxheim. „Im Westen gibt es nix Neues“, aber tolle Kerle mit Schießeisen, Glücksspiel und Durst in Uschis Saloon. Für das gesprochene Wort in der Bütt waren der „Italiener Damiano“ alias HCV-Vizepräsident Damiano Brucato, und „Bodygard“ Stefan Kögelmeier aus Bobenheim-Roxheim zuständig, beide scheuten sich nicht vor tiefen und auch riskanten Einblicken in die (zwischen)geschlechtlichen Abgründe, mal zum Biegen vor Lachen, mal vom Publikum mit dem närrischen Ruf Ui-jui-jui-au-au-au quittiert. Außer Rand und Band gerieten die Damen als Sänger „Dildo Horn“, alias Michael Held, mit Perücke, vom Gesangverein Harmonie, als König der Nussecken und Meister aller Meister den Hit von der „kleinen Jane“, dem „geilen Opa“ und der „Betty mit den Wonderbras“ schmetterte. Sänger Marcel Kilian kam mit Helm und dicker Weste aus dem Ski-Urlaub zurück, um es bei seiner Après-Ski-Party auf der Bühne richtig laufen zu lassen, ein Stimmungsknaller nach dem anderen heizte den Damen ein, eine Zugabe jagte die nächste. Und noch ein Knaller, von Präsidentin Walther angeregt und vom Publikum bejubelt: Bürgermeisterin Barbara Schader kündigte an, dass das Finale von „The Biggest Loser“ mit Benjamin aus Bürstadt im Bürgerhaus beim Public Viewing zu sehen sein wird. Hannelore Nowacki

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Geschrieben in Bürstadt und Stadtteile, Lokal am 11. Februar 2018

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