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08.44 Uhr | 14. Januar 2020

„Blaue Facetten“ und das blaue Wunder von Lampertheim

Festliches Neujahrskonzert der Starkenburg Philharmoniker fand begeisterten Anklang

Dirigent Günther Stegmüller animierte das begeisterte Publikum erfolgreich zum Mitsingen und Mitmachen. Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – Blau ist der Himmel, wenn das Wetter schön ist, dunkelblau die anbrechende Nacht. Wenn man dann singen kann, „Hab ein blaues Himmelbett“ wie die Sopranistin Gunda Baumgärtner, dann ist das Glück ganz nahe. Der Donau wird bis heute nachgesagt, sie sei blau und Johann Strauß hat ihrer Schönheit bereits zu Kaisers Zeiten musikalisch ein Denkmal gesetzt, was Gunda Baumgärtner wiederum dem Publikum in der ausverkauften Hans-Pfeiffer-Halle nahebrachte. Die Farbe Blau inspirierte Komponisten zu großartigen Werken, so war es kein Wunder, dass beim 9. Festlichen Neujahrskonzert der Starkenburg Philharmoniker am Sonntagnachmittag viele „Blaue Facetten“ angesagt waren. Diese heitere Reise durch die blaue Welt der Musik mit dem 50-köpfigen Orchester unter der Leitung von Günther Stegmüller führte das Publikum mit Moderatorin Jutta Werbelow als Reiseleiterin zu einer Nacht in Venedig (Johann Strauß), gefolgt von der stilvollen, früher tanzbaren Blaubart Quadrille (Josef Strauß), weiter nach Wien, das erst bei Nacht schön wird, wie Komponist Robert Stolz meinte. Nach der Pause dampfte die Kopenhagener Eisenbahn im Galopp (Hans Christian Lumbye), was die Zuschauer auch auf den beiden Großleinwänden links und rechts der Bühne verfolgen konnten. Den zischenden Dampf produzierte der Schlagzeuger mit Schleifpapier, verriet die Moderatorin. Trompeter Ostap Popovich, Gastmusiker aus der Ukraine, bewies in der „Rhapsody in Blue“ von George Gershwin, dass seine Trompete eine ganze Gefühlswelt ausdrücken kann, auch melancholische Anwandlungen, die im Englischen mit „blue“ verbunden sind. Einige schöne Überraschungen erlebten die Zuschauer. Das junge Tanzpaar Alina Viktoria Gelfond und Nikita Lebedev vom Tanzclub Rot-Weiß Casino Mainz interpretierte den „Blue Tango“ von Leroy Anderson auf bezaubernde Weise. Die beiden Zwölfjährigen wurden bei Juniorenturnieren Landessieger. Und wie bringt man als Dirigent die Zuschauer dazu, nicht nur immer wieder begeistert zu applaudieren, sondern auch musikalisch und körperlich aktiv mitzumachen? Ganz einfach, bei bester Stimmung und heiterer Animation singen die Zuschauer mit, dirigiert von Stegmüller, und knicksen sogar im Takt. Eine Übung zum Stück „Pomp and Circumstances, March No. 1“ von Edward Elgar, von der Moderatorin auf der Bühne vorgemacht – und alle standen auf und hatten Spaß an der Lockerung. Als großer Chor sang das Publikum mit Freude unter Anleitung des Dirigenten das Lied „Land of Hope and Glory“. Anschließend spendete das Publikum brausenden Applaus und Dirigent Stegmüller klatschte Beifall für den engagierten Einsatz seines Publikums. „Maske in Blau“ von Fred Raymond mit vier Stücken war der Auftakt zu ausgelassener Lebensfreude, die Sopranistin Baumgärtner temperamentvoll präsentierte. „Ja, das Temperament“ hat sie, auch um den „Frühling in San Remo“ übermütig zu feiern.

Zum „Blue Tango“ zeigte das junge Tanzpaar Alina Viktoria Gelfond und Nikita Lebedev eine anmutige Tangovorführung. Foto: Hannelore Nowacki

„Die Julischka aus Budapest“ riss das Publikum von den Sitzen und bei „Sassa“ zum krönenden Abschluss lockte das Blau der Nacht. Champagner darf bei einem Fest nicht fehlen, ganz ohne Alkohol wurde im ersten Teil die „Champagner Polka“ von Johann Strauß serviert. Am Ende prickelte der Champagner (im) Galopp, rasant, witzig und spritzig. Ist sie etwa blau? Die besorgte Frage der Moderatorin an den Dirigenten beantwortete Sopranistin Baumgärtner mit einer lustigen Vorführung, die keinen Zweifel ließ: Sie kann es, auch wenn nur Sprudelwasser im Sektglas perlt. Es prickelt und kitzelt im Blute. Bürgermeister Gottfried Störmer, nach eigenem Bekenntnis Bewunderer des Orchesters, eröffnete die Veranstaltung von „cultur communal“ der Stadt Lampertheim und die Bürgerstiftung Lampertheim und verabschiedete das Publikum. Hannelore Nowacki

 

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