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09.53 Uhr | 10. August 2020

„Bitte nicht in unbewachten Seen und Flüssen schwimmen!”

DLRG: Warnung vor Gefahren / Nach tödlichem Badeunfall: Rettungswege auch zu Seen freihalten! / Jede Minute zählt! 

Die DLRG warnt vor dem Baden in nicht geeigneten Gewässern – denn hier ist die Gefahr, zu Ertrinken, hoch. Foto: oh

RIED – Die Sonne brennt, die Schwimmbäder sind auch aufgrund der Coronavorgaben überfüllt, da liegt für den ein oder anderen der Gedanke nahe, doch im so scheinbar gemütlich dahinfließenden Rhein oder in einem See, der nicht als Badesee zugelassen ist, ein Bad zu nehmen. Doch dabei ist große Vorsicht geboten! Denn am Wochenende kam es erneut zu einem tödlichen Badeunfall: An einem Kiesloch zwischen Groß-Rohrheim und Biblis konnte ein 17-Jähriger aus Darmstadt leider nur noch leblos aus dem Wasser geborgen werden. Reanimationsversuche blieben erfolglos.

Die DLRG warnt in diesem Zusammenhang: Auch wenn das Wetter zum Baden einlädt: Geht bitte nicht an unbewachten Seen oder Flüssen schwimmen! Denn bei dem Kiesloch, in dem sich der Badeunfall ereignete, handelt es sich um keinen öffentlichen Badesee, vielmehr gehört er zu einer Firma. Der Zutritt ist mit entsprechender Beschilderung verboten und das Schwimmen ausdrücklich untersagt, da das Baden hier erhebliche Gefahren birgt. Durch den aktiven Baggerbetrieb kann es an den Ufern und auch unter Wasser immer wieder zu unvorhersehbaren Abbrüchen der Kanten kommen. Des weiteren herrschen große Temperaturunterschiede im See, die auch bei erfahrenen Schwimmern bei diesen heißen Temperaturen plötzliche Kreislaufprobleme verursachen können.

Hohe und plötzliche, nicht vorhersehbare, Niveauunterschiede unter Wasser stellen für Nichtschwimmer eine zusätzliche Todesgefahr dar. Dies gilt auch für zahlreiche weitere Kieslöcher, die nicht als Badeseen zugelassen sind.

Falschparker behindern Rettungsarbeiten 

Besonders fatal stellte sich am jüngsten Einsatz, an dem ingesamt 65 Einsatzkräfte von Feuerwehr, DLRG, Polizei und Rettungsdiensten beteiligt waren, die Situation rund um die Zufahrt zum betroffenen See dar: So mussten die anrückenden Rettungskräfte feststellen, dass die Zufahrtsstraße trotz Halteverbot stark zugeparkt war. Das erschwerte ein zügiges Vorankommen erheblich.

Bei solchen Einsätzen, bei denen ein Menschenleben in Gefahr ist, zählt für die Einsatzkräfte jede Minute. „Wir weißen darauf hin, dass die Halteverbote unbedingt zu beachten sind, damit die Rettungswege jederzeit passierbar sind und bleiben”, appelliert die Feuerwehr Groß-Rohrheim über Facebook. Zusätzlich wurde das Durchfahrtsverbot ab der Grillhütte von unzähligen Autofahrern missachtet. Auch dies sorgte für erhebliche Erschwernisse bei der Anfahrt der Rettungskräfte. 

Gefahr auch im Rhein

Auch an Gewässern, in denen kein Abbau mehr betrieben wird wie am betroffenen Kiessee, finden sich beispielsweise immer wieder Unterwasserschlingpflanzen, welche für Schwimmer zur Gefahr werden können, betont die DLRG. Ebenfalls sind Kalt-Warm-Strömungen in jedem Gewässer anzufinden. Gerade bei ungeübten Schwimmern oder Badegästen mit Herzkreislauf-Erkrankungen, war dies ebenfalls in der Vergangenheit immer wieder Grund für Ertrinkungsunfälle. 

Im Sommer gibt es häufig schnellbildende Gewitter. In Schwimmbädern oder Badeseen wird in solch einem Fall die Aufsicht frühzeitig tätig und erlässt für den Zeitraum des Gewitters ein Badeverbot. Diese Gefahr wird immer wieder von einigen Schwimmern nicht erkannt werden und kann somit zu mehreren Ertrinkungsunfällen gleichzeitig führen. 

Eine besondere Gefahr geht vor allem vom Rhein aus. Das Einsatzgebiet der DLRG Bergstraße erstreckt sich über circa 25 Rhein-Kilometer. Auch hier zeigt die Erfahrung der letzten Jahre ein erhebliches Risiko für Badende und Schwimmer. Die geringen Niederschlagsmengen in den letzten beiden Jahren und auch in diesem Jahr sorgen für einen niedrigen Wasserstand und damit für schnelle Strömungen. Zudem entsteht eine enorme Sogwirkung durch die Berufsschifffahrt und starke Strudelwirkungen im Bereich von Buhnen. Die immer besser werdende Wasserqualität und die durch das Niedrigwasser freigelegten Sandstrände ziehen immer mehr Menschen an den Rhein. 

Mehrere tödliche Unfälle und Beobachtungen der DLRG bestätigen diese These. 

„Wir raten der Bevölkerung nicht schwimmen zu gehen, solange keine Überwachung möglich ist! Und vor allem nicht in Gewässer, die nicht dazu geeignet sind, auch wenn sie zunächst den Anschein erwecken”, appelliert die DLRG an alle Schwimm- und Badebegeisterten. red

 

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