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10.24 Uhr | 25. März 2020

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den DRK-Ortsverein Lampertheim

Ein Interview mit dem Bereitschaftsleiter Christian Schmidt

TIP: Herr Schmidt, welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie auf den DRK-Ortsverein Lampertheim?

Christian Schmidt: Während des betreffenden Zeitraumes müssen wir auf die Dienste der Sanitätsgruppe verzichten. Die Abende zum Erhalt eines Ausbildungsstatus wie zum Beispiel den für den ehrenamtlich tätigen Sanitätsdienst-Helfer können derzeit nicht stattfinden. Davon betroffen sind folglich auch die Seminare im Sanitäts-und Betreuungsbereich, sowie weiterführende Lehrgänge zum Rettungssanitäter. Auch die Treffen des Jugendrotkreuz sowie die Seniorengruppe mit ihren Gymnastik-Nachmittagen sind betroffen. Zudem gestaltet sich, entsprechend der allgemeinen Absagen von Veranstaltungen wie beispielsweise des Spargellaufs, nun auch unser Kalender weniger gehaltvoll.

TIP: Welches sind in der aktuellen Situation die priorisierten Ziele des DRK-Ortsverein Lampertheim?

Schmidt: Besonders wichtig ist grundsätzlich die Sicherstellung des Einsatzwesens. Dies betrifft sowohl die Unterstützung der in Lampertheim hauptamtlich stationierten Einsatzkräfte des DRK Kreisverbandes, wie auch der Freiwilligen Feuerwehr Lampertheim, des DLRG und natürlich, sofern es die Sachlage erfordert, des Katastrophenschutzes. In heiklen Situationen sind wir natürlich auch über die Grenzen Lampertheims hinaus unterstützend tätig.

TIP: Wie wird gewährleistet, dass die Einsatzkräfte des DRK-Ortsverein Lampertheim vor einer Ansteckung geschützt sind?

Schmidt: Einerseits wird vor Ort eine drastische Maßnahme durchgeführt: Nur auf Anweisung und bei der Alarmierung ist es gestattet, die Station zu betreten. Weiterhin wird die grundsätzliche Desinfektion, wie sie nach Einsatzfahrten erfolgt, erweitert. Das heißt, Materialien und Bedienelemente, die mehrere Personen benutzen – beispielsweise das Lenkrad – werden nun auch desinfiziert.
Andererseits folgen wir den Anweisungen des DRK Kreisverbandes. In der Aktuellen Krisensituation bedeutet das konkret, dass alle Einsätze in Verbindung mit einem Corona- oder Corona-Verdachtsfall von den hauptamtlichen Einsatzkräften des Rettungsdienstes übernommen werden. Eigens hierfür wurde in Heppenheim ein Fahrzeug stationiert. Wir als Ortsverein könnten zwar auf das Fahrzeug zugreifen, es wird aber im Voraus schon darauf geachtet, dass wir im Normalfall keine Transporte von an COVID-19 erkrankten Personen durchführen. Sollte sich erst vor Ort herausstellen, dass es sich um eine infizierte Person handelt, wird der hauptberuflich besetzte Rettungswagen hinzu gerufen.

TIP: Gibt es in Lampertheim bereits Einsätze, die aufgrund der Corona-Pandemie anders als sonst verlaufen sind?

Schmidt: Der DRK-Ortsverein Lampertheim, sprich die freiwillige Mannschaft, erlebte bisher noch keinen solchen Fall.

TIP: Wie kann in dieser Situation jeder Einzelne die Arbeit der Einsatzkräfte unterstützen?

Schmidt: Natürlich indem sich jeder an die ausgerufenen Maßnahmen hält. Bleiben Sie zu Hause, waschen Sie sich regelmäßig gründlich die Hände, halten Sie Abstand…

TIP: Unser Landrat, Christian Engelhardt, geht mit gutem Beispiel voran: Ist Blutspenden in der aktuellen Situation tatsächlich so wichtig?

Schmidt: Auf jeden Fall! Gerade jetzt macht das Blutspenden Sinn, denn aufgrund der Vielzahl an Corona-Erkrankten sinken die Reserven rapide ab. Befürchtungen, sich dabei mit dem neuartigen Corona-Virus zu infizieren, sind unbegründet. Durch die entsprechende Planung und die strenge Einhaltung der Infektionsschutzmaßnahmen, ist das Blutspenden genauso sicher wie sonst auch. Der nächste Blutspende-Termin wird natürlich über die üblichen Medien bekanntgegeben.

TIP: Wie lautet Ihr Rat an die Bevölkerung?

Schmidt: Wir sollten uns in allem Tun zurückhalten, damit wir diese ungewöhnliche Lage schnellstmöglich hinter uns bringen.

TIP: Vielen Dank, Herr Schmidt!

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