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09.41 Uhr | 21. Oktober 2021

Auftakt der Müllkampagne der Stadt Lampertheim

MÜLLKAMPAGNE: Stadt Lampertheim startet vielseitige Müllkampagne / Werbung für eine schöne Stadt ohne wilden Müll

Das darf nicht sein, aber es passiert immer wieder – Menschen lagern ihren Haus- und Sperrmüll überall in der Stadt ab, oft neben den Abfallbehältern, die nur für Kleinigkeiten gedacht sind. Hier fällt gerade der Müll aus den Abfallbehältern der Innenstadt vom Montagvormittag in den Container – davon der größte Anteil wilder Müll. Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – Zwei volle Müllwagen, ein großer Container und ein Lastwagen auf dem Europaplatz – das war die aussagestarke Kulisse zum Auftakt der Müllkampagne der Stadt Lampertheim am Dienstagmittag. Als sich dann die große Klappe des K1-Müllsammelfahrzeugs auftat und der zum Teil großteilige Müll im Container zu einem Müllberg anwuchs, entwickelte sich eine typische Geruchsnote. Mit der Mistgabel half Mitarbeiter Sergej nach, den Müll im Container zu verteilen. Das war das Sammelergebnis vom Montagvormittag, allein aus den Abfallbehältern in der Innenstadt, vor allem aber vom vielen wild dazugestellten Müll – darunter ein ausgemusterter Kinderwagen und Reisetaschen, schlaffe Fußbälle, Plastikkanister, volle blaue Müllsäcke. Ein Gemisch, das die Stadt Lampertheim teuer entsorgen muss und letzten Endes die Lampertheimer Bürger dafür bezahlen müssen. Auf der Ladefläche eines weiteren Müllfahrzeugs türmten sich weitere volle Müllsäcke auf. Bürgermeister Gottfried Störmer, die Schutzfrau vor Ort Christina Wegerle und zahlreiche städtische Mitarbeiter wie die Leiterin der Technischen Betriebsdienste Sabine Vilgis, Florian Müller vom Fachdienst Sicherheit und Ordnung und Mülldetektiv Daniel Degen wie auch die Mitarbeiter in der auffallenden grün-orange leuchtenden Arbeitskleidung, die sich von Berufs wegen mit Müll beschäftigen, waren zur Auftaktveranstaltung gekommen. Koordinatorin der Müllkampagne ist Katja Stotz-Şen, die im Zusammenwirken in KOMPASS den entscheidenden Impuls dazu gegeben habe, wie Bürgermeister Störmer bei der Vorstellung der Müllkampagne betonte. „Wir sind auf die Mitarbeit der Bevölkerung angewiesen“, machte Fachdienstleiter Müller deutlich. Aufmerksame Bürger melden wilde Müllablagerungen, das freut ihn, doch die meisten Müllsünder blieben bislang unentdeckt. Zu allen wilden Müllablagerungen müssten die Mitarbeiter hinfahren, was in diesem Jahr bis Juli schon über 20.000 Euro an reinen Personalkosten ausmachte, im Jahr 2020 waren es rund 12.000 Euro. Das Leeren der Abfalleimer kostete in dieser Zeit rund 41.000 Euro, im ganzen letzten Jahr genau 63.434,02 Euro. Eine Menge von 300 Tonnen falle auf diese Weise jährlich an. Zukünftig fahndet Mülldetektiv Daniel Degen nach Spuren, um die Täter der illegalen Müllentsorgung zu finden und zur Rechenschaft ziehen zu können. „Da, wo es schön und ordentlich ist, hält man sich gerne auf – wir wollen es in Lampertheim schön haben und schön machen“, fasste Bürgermeister Störmer das Ziel dieser langfristigen Müllkampagne zusammen. Einfach alles irgendwo hinwerfen, diese Leichtigkeit, mit der es offenbar geschieht, findet Störmer erstaunlich und macht eine Ansage: „Das darf nicht sein“.

Alle können etwas tun

So sehen es auch viele Bürger, die den wilden Müll auf verschiedenen Wegen melden, teilte Störmer mit. Das meint auch die elfjährige Marie-Luise Volkmann, die Bürgermeister Störmer als Umweltaktivistin vorstellte. Seit 2018 sammelt sie auf ihrem Schulweg zum Lessing-Gymnasium und auf ihrem Gassiweg täglich Müll ein, ausgerüstet mit einer Tasche, Greifzange, Handschuhen und Desinfektionsmittel. Die Tasche wird immer voll, auch auf dem Weg zum Europaplatz war einiges zusammengekommen. Über den eigenen Hausmüll und den Wertstoffhof wurden die Funde bislang entsorgt. Mit ihrer eigenen Kampagne „Keep The Green Clean“ will Marie-Luise noch mehr Mitstreiter gewinnen. Ihre Mutter und einige Schulfreunde wie Ciara Leubner machen schon mit. „Ich möchte, dass es draußen schön ist“, erklärte sie im Gespräch mit dem TIP, „es ist eklig, wenn an schönen Orten Müll liegt“. Angefangen hatte sie mit dem Müllsammeln, als sie vor drei Jahren beim Urlaub in Holland Müll herumliegen sah. „Dort aber weniger als hier und vor allem Metall“, musste sie feststellen. Ja, damals war sie acht Jahre alt oder vielleicht noch sieben, rechnete sie kurz nach.

Umweltaktivistin Marie-Luise Volkmann (rechts) zeigt, was sie auf dem Weg zum Europaplatz in ihrer Mülltasche gesammelt hat. Ihre Freundin Ciara Leubner war zur Auftaktveranstaltung der Müllkampagne der Stadt Lampertheim gerne mitgekommen. Foto: Hannelore Nowacki

Müll auf Spielplätzen findet die städtische Mitarbeiterin Monika Nadolny täglich, berichtete sie dem TIP, und bei der Hundetoilette treffe sie auf Menschen, die ihren Hundehaufen nicht mitnehmen wollen, weil es ja bezahlte Leute dafür gebe. Ein Irrtum, wie die engagierte Mitarbeiterin erklärt, die Hinterlassenschaft des eigenen Hundes müsse man selbst aufheben und entsorgen. Bürgermeister Störmer sieht eine Verbindung von Sicherheitsgefühl und Wohlbefinden, die Mitmenschen sollen dafür sensibilisiert werden. Aber auch Maßnahmen müssten ergriffen werden. Hannelore Nowacki

Information

Zur Müllkampagne gehören weitere Aktionen, die Koordinatorin Stotz-Şen vorstellte: Saubere Gemarkung, „Sauberhaftes Hessen“‘ mit zwei Aktionstagen im Jahr mit „Sauberhaftem Kindertag“ und „Sauberhaftem Schulweg“. Wie stellst du dir deine Stadt vor und wie sieht sie wirklich aus, sind Fragen, die beim Plakatwettbewerb der Grundschulen mit anschließender öffentlicher Ausstellung bildlich gestaltet werden. Schulen und Kindergärten werden eingeladen, festgetretene Kaugummis in ihrem Umkreis mit Kreidekreisen zu markieren. Im Rahmen des KOMPASS-Programms geht es um Sicherheit, Prävention und Sauberkeit. Der KOMPASS-Fragebogen ist erhältlich bei der Ordnungsbehörde, Polizeistation und im Internet www.lampertheim.de/de/wirtschaft-verkehr/verkehr/Kriminalpraevention.php.

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