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14.58 Uhr | 19. November 2020

Appell zur gegenseitigen Rücksichtnahme bei Diskussionen

VIDEOPRESSEKONFERENZ: Sinkende Inzidenzwerte stimmen vorsichtig optimistisch / Dennoch im November bereits mehr Infektionsfälle als im Oktober

Der Nibelungendrache Nila sorgt als Aufkleber nach Coronatests bei Kindern für ein Lächeln in deren Gesichtern. Foto: oh

KREIS BERGSTRASSE – Noch immer bestimmt die Coronavirus-Pandemie einen Großteil des Alltags und damit auch des Nachrichtengeschehens – in Deutschland, in Hessen und auch im Kreis Bergstraße. Landrat Christian Engelhardt, die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz und der Kreisbeigeordnete Karsten Krug informierten daher am Donnerstag erneut im Rahmen einer Videopressekonferenz über die aktuellen Entwicklungen bezüglich der Coronavirus-Pandemie im Kreis.

Landrat Engelhardt blickte dabei zunächst auf die Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten am Montag zurück. „Die Entscheidungen fallen nächste Woche, die Maßnahmen wurden um eine Woche aufgeschoben. Das was wir hier machen sind erhebliche Einschränkungen des Lebens der Menschen in unserem Land, daher finde ich es wichtig, dass nachvollziehbar ist, was passiert. Am 2. November wurden bundesweite Maßnahmen auf den Weg gebracht, diese dauern, bis sie wirken. Mit Blick auf die Entwicklung im Kreis zeigt sich, dass wir zurückgehende Inzidenzzahlen haben, hier hätte ich gesagt, das wir Maßnahmen haben, die offensichtlich greifen. Aber wenn es weitere Maßnahmen geben sollte ist es wichtig, dass diese nachvollziehbar sind. Wichtig ist auch, dass wir bestehende Verbote durchsetzen und auch diejenige informieren, die Probleme mit der deutschen Sprache haben. Darauf werden wir verstärkt den Fokus legen”, so der Landrat, der einen eindringlich Appell bezüglich der aktuellen Diskussionskultur – auch und gerade in den sozialen Medien – hatte: „Wir müssen uns in der Kommunikation miteinander bewusst am Riemen reißen und uns klar machen, das Ängste etwas ganz subjektives sind. Auf diese muss man eingehen und Offenheit und Sensibilität beim Formulieren seiner Meinungen einbringen.” 

Die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz erläuterte die aktuellen Infektionszahlen. Mit einer Inzidenz von 113,13 am Donnerstag sei sie „vorsichtig optimistisch, bezogen auf unseren Kreis. Tendenziell ist der Wert in den vergangenen Tagen gesunken. Aber zur Wahrheit gehört auch, dass wir bezogen auf den November jetzt schon mehr Neuinfektionen haben als im gesamten Oktober.” Eine Neuerung wird es im Bereich der Darstellung der Zahlen der einzelnen Kommunen auf der Internetseite des Kreises. Zudem gibt es bezüglich der Infektionszahlen „ein Phänomen, das wir noch nicht hatten: Der Anteil der weiblichen Infizierten steigt, aktuell sind 51 Prozent der Neuinfizierten weiblich.” Der Altersdurchschnitt bei stationären Fällen liegt derzeit bei 68 Jahren und ist somit leider gestiegen. Stand Donnerstag waren sechs Kitas, 33 Schulen und neun Pflegeeinrichtungen von Infizierungen betroffen. „Hier hat die Bundeswehr uns weiterhin sehr gut unterstützt und war mit 47 Einsätzen an 29 Schulen für uns im Einsatz, zudem in zwölf Kitas sowie 13 Pflegeeinrichtungen.” 

Es käme immer wieder zu Rückfragen aus der Bevölkerung, warum die Quarantäne 14 Tage dauern würde, auch wenn ein negativer Test vorliege. Hierzu erläuterte die Erste Kreisbeigeordnete, dass „ein negativer Test keine Garantie ist, dass sich nicht doch noch eine Infektion darstellt. Daher verkürzt ein negativer Test nicht die Quarantäne, hier appelliere ich an die Eltern. Denn die RKI-Richtilinien sehen vor, dass man 14 Tage in Quarantäne bleibt.“

Bezüglich der 22 neuen Infektionsfälle am Dienstag in Lampertheim betonte Diana Stolz, dass „wir hier genau hinschauen, so wie überall im Kreis wenn vermehrt Infektionsfälle auftreten. Lampertheim ist derzeit wieder im Fokus, daher stehe ich im engen Austausch mit Bürgermeister Gottfried Störmer. Was uns generell auffällt ist, dass sich im privaten Umfeld im Bereich der Familien immer noch mit mehreren Hausständen getroffen wird. Auch hier sollte man dringend überlegen, die Kontakte zu beschränken –  so schwer es auch fällt”, so die Gesundheitsdezernentin abschließend.

Kreisbeigeordneter Karsten Krug blickte zunächst auf die gemeldeten Verstöße bei der Bußgeldstelle des Kreises, diese seien um neun gestiegen. Bei den Gemeinschaftsunterkünften sei ein leichter Rückgang von 25 auf 23 Fällen zu verzeichnen, derzeit sind noch sieben Gemeinschaftsunterkunft von Quarantänemaßnahmen betroffen. Benjamin Kloos

 

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