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14.32 Uhr | 7. Juni 2021

Ärgernis defekte Aufzüge und Angstraum Unterführung im Fokus

BAHNHOF BIBLIS: SPD-Bundestagskandidat Sven Wingerter und Verkehrsdezernent Karsten Krug vor Ort  

Der SPD-Bundestagskandidat Sven Wingerter (von rechts), Peter Karb vom Kreisfahrgastbeirat  und Kreisbeigeordneter Karsten Krug und machten sich vor Ort ein Bild. Hier geht es nicht weiter zu den Gleisen 2 und 3 – beide Aufzüge im Bahnhof Biblis sind durch Vandalismus defekt, die Unterführung im desolaten Zustand. Foto: Hannelore Nowacki

BIBLIS – Barrierefrei sollte der Bibliser Bahnhof sein, Rampen sind vorhanden und auch zwei Fahrstühle zu den Gleisen 2 und 3. Das Problem: Innerhalb der letzten anderthalb Jahre waren die Fahrstühle drei Mal defekt, nicht wegen der Technik – Vandalismus hat die Fahrstühle jeweils für längere Zeit außer Betrieb gesetzt. Auf Rot steht auch jetzt wieder das Signal an den Aufzügen – seit vier Monaten. Wie können in dieser Lage Menschen mit Einschränkungen, mit Rollator, Kinderwagen oder Fahrrad zu den Zügen gelangen? Die steilen Treppen zu den Bahnsteigen dürften häufig ein nicht zu überwindendes Hindernis sein. Ein Zustand, der viele Bibliser bewegt und ärgert. Die SPD Biblis hatte daher am Samstagvormittag den hauptamtlichen Kreisbeigeordneten Karsten Krug (SPD) in seiner Eigenschaft als Verkehrsdezernent des Kreises Bergstraße und den SPD-Bundestagskandidaten Sven Wingerter zu einem Ortstermin eingeladen, an dem auch der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfahrgastbeirates Peter Karb, einige SPD-Mitglieder und die beiden Fraktionsmitglieder Sigrid Breyer und Ewald Gleich teilnahmen. Bei dieser Gelegenheit wollte man mit interessierten Bürgern ins Gespräch kommen. Bürgermeister Volker Scheib habe wegen anderer Verpflichtungen nicht kommen können, teilte Breyer den Anwesenden mit. Sven Wingerter stellte sich in seiner Eigenschaft als SPD- Bundestagskandidat vor, ist aber auch in Verkehrsfragen weiterhin als ausgewiesener Fachmann im Kreis Ansprechpartner für den Kreisbeigeordneten Krug. Als Nachfolger von Christine Lambrecht strebt Wingerter das SPD-Direktmandat für den Kreis Bergstraße an, war in der letzten Legislaturperiode verkehrspolitischer Sprecher der SPD im Kreistag und ist nach wie vor gewähltes Mitglied im Zweckverband Verkehrsverbund Rhein-Neckar. Über die Lage am Bibliser Bahnhof habe er sich bereits zuvor informiert. „Das muss man regeln“, sagt Wingerter. Zum einen gebe es das Zukunftsprogramm der SPD mit einem klimaneutralen Mobilitätskonzept, zu dem auch der barrierefreie ÖPNV gehöre, bis 2022 sei zudem die Barrierefreiheit gesetzlich vorgeschrieben. Im Alltag gebe es das Problem, dass es häufig schon kurz nach einer Baumaßnahme zu Vandalismus kommt. Nach Auskunft der Bahn kostet die Reparatur in Biblis etwa 60.000 Euro, Ersatzteile seien zurzeit schwer zu beschaffen, hatte Karb erfahren. Leicht zugänglich seien die Nahverkehrszüge vor dem Bahnhofsumbau für die S-Bahn gewesen, die auf Gleis 1 abfuhren. Mit Verlagerung zu den Gleisen 2 und 3 waren Fahrstühle notwendig geworden. „Damit müssen wir leben“, waren sich die Gesprächsteilnehmer einig. Doch mit dem Vandalismus will man nicht leben. Krug berichtete von gemeinsamen Fachgesprächen mit der Gemeinde, VRN und Polizei über Maßnahmen und die Möglichkeiten einer verstärkten Kontrolle. Die Maßnahmen würden nun überprüft. Karb sieht hier einen Widerspruch, denn während die Züge innen durch Videokameras überwacht werden, scheint eine solche Überwachung des öffentlichen Raums aus Datenschutzgründen nicht so einfach. Als einzig wirklich wirksame Maßnahme und Lösung des Problems befürwortet Gleich die Videoüberwachung, nicht allein aus betriebswirtschaftlichen Gründen der Bahn – es gehe um eine gesellschaftspolitische Frage und um den Angstraum Unterführung. Streifengänge des Ordnungsamtes und der Polizei wirkten nicht abschreckend genug. Ebenso von Vandalismus betroffen ist die Bushaltestelle Am Rübgarten, die transparente Kunststoffüberdachung wurde kürzlich durch Feuer beschädigt. Die Hoffnung der Lokalpolitiker: Wenn das neue Wohngebiet fertig ist, werden hier mehr Leute präsent sein. Wie kann die Mobilitätswende gelingen? Wingerter spricht sich für den Einsatz von mehr Personal im Bahnbetrieb aus. Früher habe es zum Beispiel in den Bahnhöfen als Verantwortliche Bahnhofsvorsteher gegeben, die nach dem rechten geschaut haben. Das Problem Vandalismus habe sich durch die Coronakrise verschärft, weil seitdem weniger Menschen unterwegs waren, die Täter somit unbeobachtet, erklärte Krug. Zu wenige Menschen nutzten auch die neue Busverbindung 642 nach Worms über Hofheim. Hier sieht Krug Bedarf für mehr Werbung, denn sonst würde die Linie nach der Probezeit in zwei Jahren eingestellt werden müssen. Ein weiteres Thema treibt Peter Karb um – er sorgt sich um die  zukünftigen Interessen der Fahrgäste, weil nach Plänen der neuen Kreistagskoalition aus CDU und Grünen der Fahrgastbeitrat durch Zusammenlegung mit der verwaltungsnahen Verkehrskommission zur Mobilitätskommission entwickelt werden solle. Hannelore Nowacki  

Moderner Bahnhof Biblis – aber zurzeit nicht barrierefrei durch defekte Aufzüge. Foto: Hannelore Nowacki

 

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Geschrieben in Biblis und Ortsteile, Lokal

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