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Abistreich symbolisch zu Grabe getragen

Abiturienten des LGL setzen Zeichen des friedlichen Protests / Enttäuschung bei Mitschülern und Irritation bei den Lehrern

Zeichen des friedlichen Protests: Symbolisch trugen die Abiturienten des LGL den Abistreich zu Grabe und bestreuten den Sarg mit bunten Blumen. Foto: Benjamin Kloos

LAMPERTHEIM – Am Dienstag herrschte eine ungewöhnliche Stimmung auf dem Schulhof des Lessing Gymnasiums (LGL): Wo sonst beim traditionellen Abistreich des scheidenden Abiturjahrgangs Freude und Ausgelassenheit herrschte, machte sich in diesem Jahr schnell Irritation breit: Nach einer Durchsage hatten sich die Schüler des LGL im Schulhof versammelt und blickten gespannt Richtung Eingang zum Schulhof. Dort erschienen die Abiturienten, um in schwarz gekleidet und untermalt durch das Lied „Halleluja” einen symbolischen Sarg in den Schulhof zu tragen, den sie dort in der Mitte abstellten. Anschließend streuten alle anwesenden Abiturienten Blumen auf dem Sarg nieder und verließen wortlos zu „Time to say goodbye” den Schulhof, um am nahen Altrhein ihre bestandenen Prüfungen zu feiern.

Zuvor waren die Abiturienten bereits durch die Stadt gezogen, um auch dort Aufmerksamkeit für ihr Anliegen zu wecken: „Wir beenden heute nicht nur unsere Schulzeit, sondern in einem friedlichen Protest auch die Zeit der Abistreiche”, betonten die Abiturienten. Denn mit ihrem Protest wollten die Schülerinnen und Schüler, die das LGL nun mit dem Abitur verlassen, ein deutliches Zeichen gegen die aus ihrer Sicht in den vergangenen Jahren stetig zunehmenden Einschränkungen bezüglich der Durchführung des Abistreichs setzen. „Wir mussten beispielsweise eine Playlist mit den Musiktiteln, die wir spielen wollten, abgeben, und vieles mehr”, so die Abiturienten weiter.

Ihren jüngeren Mitschülern war die Irritation und auch die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben, hatten sie doch Großes erwartet: Musik, lustige Spiele auch mit den Lehrern und vor allem zwei Stunden schulfrei, die sie gemeinsam mit den Abiturienten auf dem Schulhof verbringen und so mit diesen deren Abitur feiern könnten.

Foto: Benjamin Kloos

Auch die Lehrer zeigten sich irritiert: „Dies ist ein besonderer Abistreich, den wir so noch nicht erlebt haben und der sicher im Gedächtnis bleiben wird. Es war eine Form des Protests, der uns ebenso wie unsere Schüler überrascht hat. Gerade mit den jüngeren Jahrgängen werden wir aber in den Klassen noch intensiv darüber reden müssen.”

„Wir wussten, dass heute der Abistreich stattfinden sollte. aber nicht dass er so kurz wird. Als Schulleitung bedauern wir dies, denn der Abistreich ist eine traditionelle Veranstaltung, die vor allem den jüngeren Jahrgängen die Möglichkeit gibt, am Abitur teilzunehmen. Dies ist ein Ereignis, auf dass sie sich alle sehr freuen. Stattdessen sind die Schüler jetzt enttäuscht, dass es nicht frei gibt, sondern in der 5. und 6. Stunde Unterricht gehalten wird. Aber dies ist der Situation der kurzen Veranstaltung geschuldet, leider können wir die Schüler nicht so früh nach Hause schicken”, erläuterte der stellvertretende Schulleiter des LGL, Jérôme Dath, in Vertretung für die erkrankte Schulleiterin Silke Weimar-Ekdur. „Es fällt uns noch schwer, das Ganze einzuordnen. Letztlich war es eine Entscheidung der Schüler. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass der Abijahrgang auch nicht komplett war, dies war sehr überraschend. Ich sehe diese Aktion als verpasste Chance für die Folgejahrgänge an, aber wir freuen uns auf die Abistreiche der nächsten Jahrgänge.”  Benjamin Kloos

Foto: Benjamin Kloos

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