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09.17 Uhr | 29. Juni 2020

1. Preis für  „Ein Koffer voller Erinnerungen“ von Annett Herzog 

„Heimat“ - 3. Lampertheimer Schreibwettbewerb mit 37 Autoren und drei Hauptpreisen

Bürgermeister Gottfried Störmer (rechts) mit ENERGIERIED-Geschäftsführer und Sponsor Frank Kaus (links) inmitten glücklicher Preisträgerinnen. Annett Herzog (Mitte) erhielt den 1. Preis für ihre autobiografische Erzählung. Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – Kurzgeschichten zum Thema „Heimat“ können packend sein, die Gefühle mitreißend und nachdenklich machend nachwirken. Das alles können die Leser der Anthologie zum 3. Lampertheimer Schreibwettbewerb an sich selbst testen, eine Erfahrung, die sich lohnt. 37 Autoren hatten vierzig Beiträge bis Ende Januar  beim Fachbereich 40 Bildung, Kultur und Ehrenamt der Stadt Lampertheim eingereicht, die von einer kompetenten Jury als anonymisierte Texte bewertet wurden. Das war eine Menge Arbeit, wie Herausgeber Roland Kirsch in seiner Ansprache bei der schlichten Feier zur Preisverleihung am Freitagnachmittag betonte. Mitglieder der Jury waren die Lehrer an der Elisabeth-Selbert-Schule Sandra Oettrich und Jörg Arnold sowie Dr. Helmut Kaupe, lokaler Autor und ehemaliger Leiter der Erich-Kästner-Schule. Roland Kirsch, selbst Autor, fachlicher Begleiter des Schreibwettbewerbs wie auch der Jury und an der inhaltlichen Konzeption mit dem Fachbereich 40 seit dem ersten Schreibwettbewerb vor vier Jahren beteiligt, hat die Kurzgeschichtensammlung zusammengestellt. In den 29 veröffentlichten Kurzgeschichten zeigt sich die eindrucksvolle Vielfalt des Themas „Heimat“ vom Krimi bis zur autobiografischen Erzählung. Schlicht und kurz war die Preisverleihung im Sitzungssaal des Stadthauses wegen der Coronamaßnahmen diesmal gestaltet, die Gratulation kam ohne Händeschütteln aus und auch auf das Vorlesen der Gewinner-Kurzgeschichten entfiel. Bürgermeister Gottfried Störmer eröffnete die Preisverleihung mit einem Rückblick auf die erfolgreiche Geschichte des Lampertheimer Schreibwettbewerbs. ENERGIERIED hatte sich zum dritten Mal für den Schreibwettbewerb engagiert und die Preisgelder spendiert. ENERGIERIED-Geschäftsführer Frank Kaus hätte gerne die Schecks in einem anderen Rahmen und im Beisein aller Autorinnen und Autoren mit einem herzlichen Händedruck überreicht, aber eine größere Veranstaltung und der persönliche Kontakt verbiete sich in dieser Coronazeit, bedauerte Kaus ein seiner Rede. Seit der Pressekonferenz im September, als die Organisatoren unter Federführung von Rolf Hecher und Ludwig Baumgartner vom Fachbereich 40 sowie Roland Kirsch und als Vertreter des Sponsors ENERGIERIED Geschäftsführer Frank Kaus das Thema „Heimat“ vorstellten, hat sich im Land vieles verändert. Auch das Motto „Heimat“ sei in Zeiten der Corona-Pandemie „in ein völlig neues Licht gerückt“, erklärte Kaus ein seiner Rede, „Kontaktsperren und wochenlange Reiseeinschränkungen sorgten dafür, dass viele Menschen die Heimat für sich neu entdeckten und wahrnahmen, in welch wunderschönem Landstrich sie leben“. Beeindruckt zeigte sich Kaus von der schriftstellerischen Umsetzung des Mottos. Zum ersten Mal gab es einen Newcomer-Preis, dotiert mit 100 Euro, den Anette Wesemeyer für ihre Geschichte „Das Kind“ erhielt. Vier junge Autorinnen aus einer Klasse der Erich-Kästner-Schule freuten sich über ihren Nachwuchspreis mit jeweils 50 Euro. Dieses talentierte Quartett im Alter von 15 und 16 Jahren hatte sich erstmals an dieser Form des Schreibens ausprobiert. „Mal schauen wie es wird“, hatte sich Michelle Kristen ganz unbefangen gesagt. Sie schrieb über „Die Zwillingsschwestern“, Lethizia Susett Kuschel titelte „Heimat“. Über „Schwere Zeiten“ schrieb Abinaya Selvakumar und Emma von Beulwitz hatte „Eine unvergessliche Geschichte“ eingereicht. Wie es aussieht, wird man beim nächsten Wettbewerb wieder von ihnen hören. Den mit 500 Euro dotierten 1. Preis erhielt Annett Herzog für ihre autobiografische Geschichte „Ein Koffer voller Erinnerungen“. Schon vor zwei Jahren hatte sie am Wettbewerb teilgenommen. Sie will Gefühle so transportieren, dass die Leser es genauso empfinden wie sie selbst, erklärte sie im Gespräch mit dem TIP. Kurz vor dem Mauerfall war sie aus der DDR ausgereist und in der Freiheit angekommen, Erinnerungen, die auch heute mit starken Emotionen verbunden seien. Die in Worms lebende Agnes Jatzek erhielt für „Das Dorf“ den 2. Preis mit 200 Euro, eine Geschichte mit vordergründiger Idylle und Hintersinn. Didem Oktay, Lehrerin für Deutsch und Englisch an der Erich-Kästner-Schule, überrascht in ihrer Geschichte „Eine Reise nach Hause“ mit einem unerwarteten Schluss. In Vorfreude sieht Roland Kirsch den neuen Geschichten in spätestens zwei Jahren entgegen. Hannelore Nowacki

Information

Die Teilnehmer sind zwischen 15 und 92 Jahre alt. Die Altersgruppe 41 bis 60 Jahre ist mit 13 Teilnehmern am stärksten vertreten. 13 Teilnehmer sind aus Lampertheim, 10 aus Bürstadt, weitere Teilnehmer aus Biblis, Groß-Rohrheim, von der Bergstraße, aus Mannheim und Ludwigshafen. Als Kooperationspartner präsentiert Antenne Bergstraße Podcasts und Autorenportraits. „Heimat“, Anthologie zum 3. Lampertheimer Schreibwettbewerb (ISBN 978-3-7519-3609-5) ist im Buchhandel erhältlich. 

Foto: Hannelore Nowacki

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