Mi., 23. August 2017
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Von: 10. August 2017 weiterlesen →

Zum zweiten Mal Geld aus dem Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“

„Eine schöne Summe“ als Wertschätzung der Integrationsarbeit im Sport

 

Aus dem hessischen Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“ hat die Stadt Lampertheim zum zweiten Mal eine „schöne Summe“ erhalten, zur Freude von Sport-Coach Marius Schmidt (von links), Horst Schmitt, Kurt Stass und Erstem Stadtrat Jens Klingler. Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – Das Geld ist schon da, der offizielle Förderbescheid des Landes Hessen kommt noch per Post. Diesmal sind es 12.500 Euro, die der Stadt Lampertheim auf Antrag gewährt wurden, im vergangenen Jahr betrug die Förderung aus dem Landesprogramm „Sport und Flüchtlinge“ noch 10.000 Euro. Grund der Erhöhung ist die gestiegene Zahl der Flüchtlinge von 280 auf 564 Personen, die in Lampertheim leben. Am Pressegespräch im Büro des Ersten Stadtrats Jens Klingler nahmen die Akteure teil, die sich in Lampertheim mit Angelegenheiten um Flüchtlinge und Asylbewerber befasst: Kurt Stass, ehrenamtlicher Vorsitzender der Flüchtlingshilfe, Marius Schmidt als ehrenamtlich tätiger Sport-Coach und Horst Schmitt, hauptamtlicher Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung auch für alle Sportvereine, die Flüchtlinge in ihre sportlichen Aktivitäten integrieren und sich ab sofort um Geld aus den neuen Fördermitteln bewerben möchten. Im letzten Jahr konnten neun Vereine unterstützt werden. „Eine schöne Summe“ nannte Klingler diese Förderung, mit der die Vereine bei der Integration der Flüchtlinge entlastet werden sollen. Keinesfalls sollen Vereine mit dem Geld finanziell saniert werden, betonte Stass, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Auch werden mit der Unterstützung keine Mitgliedsbeiträge bezahlt. Es gehe um die persönliche Ausrüstung von Flüchtlingen für eine Erstausrüstung, für notwendige Materialanschaffungen und um Kosten für Übungsleiter, die in Extrastunden die Flüchtlinge fit machen für die Teilnahme am Training. Viele Vereine seien froh, wenn die Flüchtlinge sich an den Turnieren und Wettbewerben beteiligen können. „Die Fördergelder kommen zu 100 Prozent dem Sport für Flüchtlinge zugute“, erklärte Sport-Coach Schmidt, der auch daran erinnerte, dass die Stadtverordnetenversammlung im September 2015 beschlossen hatte, sich an dem Landesprogramm zu beteiligen, um die Vereine zu unterstützen. Allerdings müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein – eine gewisse Anzahl von Flüchtlingen, eine engagierte Person in der Verwaltung und ein Sport-Coach, der in Zusammenarbeit mit der Verwaltung sowie als Bindeglied zu den Vereinen tätig ist und jährlich an einer Fortbildung teilnimmt. 2017 sind bereits verschiedene Sportaktivitäten gefördert worden, wie Schmidt berichtete. In den Unterkünften wurde ein Sportkurs für Frauen und Kinder durchgeführt, Schwimmunterricht fand in Zusammenarbeit mit der Elisabeth-Selbert-Schule statt. Geld wurde auch in ungebundene Sportangebote investiert wie Tischkicker und Tischtennisplatten in der Florianstraße – zur gemeinsamen Nutzung von Anwohnern und Flüchtlingen. Schmidt ist überzeugt: „Sport integriert, strukturiert den Tag und vermittelt Werte wie Fairplay“. Interessierte Vereine können bei Horst Schmitt einen formlosen Antrag stellen, mit Angaben und Nachweisen von Anschaffungen und Übungsleiterstunden. Die regelmäßige Teilnahme der Flüchtlinge an den Sportangeboten ist Voraussetzung, nachzuweisen mit Teilnehmerlisten. Stass legte Wert auf die Feststellung, dass es keine Bezahlung der Vereine sei, es gehe um eine Wertschätzung der ehrenamtlichen Leistung. Und er hofft, dass die Vereine noch mehr Sportangebote zur Verfügung stellen. Hannelore Nowacki

Information

Der „Sports and Fun Day“ auf der Domwiese wird Anfang Oktober zum zweiten Mal stattfinden. Unter dem Motto „Teilhabe“ sind sportbegeisterte Menschen jeglicher Herkunft, Behinderte und nicht behinderte Menschen zur Teilnahme eingeladen.

 

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