Mo., 11. Dezember 2017
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Von: 4. Dezember 2017 weiterlesen →

Zeitreisen und Erfolgsgeschichten

CDU Bürstadt ehrte langjährige Mitglieder

Jubilare mit Parteispitzen und Ehrengästen feierten gemeinsam die Erfolge. Foto: Hannelore Nowacki

BÜRSTADT – Im Festsaal des Historischen Rathauses feierte die CDU Bürstadt am ersten Sonntag im Advent ihre langjährigen Mitglieder, eine Tradition mit nachdenklicher Note und politischen Ausblicken. Das Bläserquintett Presto unter der Leitung von Wolfgang Rothenheber begleitete die Feierstunde klangvoll mit geistlicher und weltlicher Musik, zu Beginn „Wachet auf, hört die Stimme“, zum Abschluss die Nationalhymne. Bernd Benz, stellvertretender CDU-Vorsitzender, begrüßte die Mitglieder und Partner, Freunde der Partei und die zahlreichen Ehrengäste mit Gedanken zum Advent, die Horst Rehmann in seinem bekannten Kerzengedicht formuliert hat. In seinem Grußwort sprach der Bundestagsabgeordnete und CDU-Vorsitzender im Kreis Bergstraße Dr. Michael Meister zu  Politikverständnis und Entscheidungen der Christlich Demokratischen Union, ausgehend vom christlichen Selbstverständnis der Partei mit Blick auf die Themen Gerechtigkeit, Teilhabe, Freiheit, Europa und Nachhaltigkeit. Gedanken für die Adventszeit, eine Zeit der Besinnung, wie Meister auch mit Blick nach Berlin anmerkte. In die CDU sei er vor allem eingetreten, weil sie den einzelnen Menschen nehme wie er ist. In ihrem Grußwort sprach Bürgermeisterin Barbara Schader vom guten Zeitpunkt zu Beginn des neuen Kirchenjahres zur Rückbesinnung und „mutig vorauszuschauen“. Freiheit, Verantwortung und Gerechtigkeit mache die Partei aus. Schader freut sich, „Teil dieser Familie zu sein“. In wechselnden Rollen nahmen Julia Kilian-Engert, stellvertretende Vorsitzende, und der Bürstädter CDU-Vorsitzende Alexander Bauer die Zuhörer mit auf eine erstaunliche Zeitreise zu den Eintrittsjahren der Jubilare – mit Erinnerungen an Ereignisse, die die Welt und Bürstadt bewegten und einer persönlichen Laudatio. Die Dankesworte im Namen aller geehrten Mitglieder sprach Horst Strecker, der wie der CDU-Vorsitzende Alexander Bauer daran erinnerte, dass diese Ehrung die ganze Familie betreffe, da das politische Engagement ohne deren Unterstützung nicht möglich sei. Das Ehrenamt koste Zeit und Arbeitskraft. Mit Sekt und Schnittchen ging die Feier zum gemütlichen Teil über.

Die Ehrungen

Im Jahr 1997 trat Karl-Hans Reischert in die CDU ein. Prinzessin Diana und Mutter Theresa starben, Castor-Transporte und die Krise am Arbeitsmarkt waren Themen, die Gewerbekapitalsteuer wurde abgeschafft, die Aktienkurse stiegen. Der Jubilar zeichnete sich durch vielfaches ehrenamtliches Engagement in der Kirche, als Stadtverordneter, in der Theatergruppe und bei der Feuerwehr aus. 1987 traten Stefan Poletar und Josef Unger in die CDU ein, ein turbulentes Jahr, wie Bauer mit Blick auf die damaligen Ereignisse um den Rücktritt von Barschel und anderes feststellte. Poletar begann seine langjährige kommunalpolitische Tätigkeit 1993 mit der Wahl in den Ortsbeirat Bobstadt, 1998 wurde er Stadtverordneter. Josef Unger betrat nicht die politische Bühne. Bauer verlas beispielhaft die Urkunde, die deutlich macht, dass die langjährigen Mitglieder auf jede Weise für ihre Partei wertvoll sind. „Wir danken für engagierte Jahre der Mitgliedschaft. Treu verbundene Mitglieder sind das Fundament der Partei“. 1982 wurde Helmut Kohl Bundeskanzler, ein sonniges Jahr mit guter Ernte. In Bürstadt wurde die Sporthalle der Erich-Kästner-Schule eingeweiht. Günter Kohl rückte 1996 in die Stadtverordnetenversammlung nach, wurde Fraktionsvorsitzender, Schriftführer und stellvertretender Parteivorsitzender. Seit 40 Jahren sind Erhard Ofenloch, Bernd Kellermann und Herbert Röchner Mitglied. Als „Mann der Tat“ schilderte Bauer den aktiven Erhard Ofenloch, der Stadtverordneter war und im Laufe der Jahre verschiedene Aufgaben übernommen hatte. Kellermann, der kein Mandat hatte, habe im Hintergrund gewirkt, wofür die Partei dankbar sei. Herbert Röchner hingegen steht nicht im Hintergrund, sondern bis heute als Magistratsmitglied im Licht der Öffentlichkeit. 1996 rückte er als Stadtverordneter nach, 2006 wechselte er als Stadtrat in den Magistrat und sei damit „der dritte Mann in unserer Stadt“, erklärte Bauer. Stellvertretender Parteivorsitzender ist Röchner seit 2011. Außerdem sei er in der Dankeschön-Kultur der CDU und im Kreistag aktiv – ein Mitglied „mit vielen Qualitäten“ und „vielfältigen Funktionen im politischen Wirken“. Als Walter Wiedemann, Horst Strecker und Friedrich Keilmann 1972 in die CDU eintraten, waren die Ostverträge, Vietnam und Nordirland Nachrichtenthemen. Bobstadt wurde Stadtteil von Bürstadt und die Feuerwehr bekam das neue Gerätehaus in der Römerstraße. Bauer ergänzte, was Parteikollegin Kilian-Engert nicht angesprochen hatte, im gleichen Jahr habe er das Licht der Welt erblickt. Der 65-jährige Walter Wiedemann, mehrfach Spitzenkandidat seiner Partei und bereits mit dem Landesehrenbrief und dem Silberrelief der Stadt Bürstadt ausgezeichnet, wurde 1999 zum Ratsherren ernannt und feierte 2015 sein 20-jähriges Jubiläum als ehrenamtlicher Erster Stadtrat. Damit sei Wiedemann gegenüber seinen Vorgängern am längsten im Amt – ganze 16.425 Tage. Als Schatzmeister seiner Partei wende er viel Zeit auf. Daneben engagierte sich Wiedemann im Pfarrgemeinderat und gehört seit 2014 dem Verwaltungsrat St. Peter an. Beim Brieftaubenverein haben sich Bauer und Wiedemann näher kennengelernt. Wie bei den Brieftauben, die immer zum Heimatort zurückkehren, habe sich Wiedemann aus Liebe zur Heimat politisch engagiert. „Wir sind froh, dass wir dich haben“. Horst Strecker, von 1975 bis 1983 „tatkräftiger und erfolgreicher Bürgermeister, packte die Lust an der Politik und hat Erfolgsspuren hinterlassen“, beschrieb Bauer die Erfolgsgeschichte des früheren Sozialversicherungskaufmanns bei der AOK Mannheim. Strecker war auch Kreistagsabgeordneter und Fraktionsvorsitzender. „Du bist einer der anpackt und handelt“. Auch Friedrich Keilmann hat sich den Ruf des engagierten Kommunalpolitikers erworben, der die Stadtentwicklung mitgeprägt habe. „Ein Mann der Tat, ein Schaffer“, nannte ihn Bauer. Keilmann war von 1974 bis 1989 Ortslandwirt, von 1977 bis 2006 Stadtverordneter. Er wurde zum Ratsherren ernannt und erhielt den Landesehrenbrief. Hannelore Nowacki

Geschrieben in: Bürstadt und Stadtteile, Lokal

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