Mi., 17. Januar 2018
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Windmessungen in luftiger Höhe

Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) sammelt Daten für geplante Windkraftanlage

Sascha Bocksnick, der beim ZAKB für den Energiebereich verantwortlich ist, hält nahe des Messmastes in der Hand Pläne und Berechnungen zur Statik der geplanten Windkraftanlage. Foto Thomas J. Zelinger

Sascha Bocksnick, der beim ZAKB für den Energiebereich verantwortlich ist, hält nahe des Messmastes in der Hand Pläne und Berechnungen zur Statik der geplanten Windkraftanlage. Foto Thomas J. Zelinger

KREIS BERGSTRASSE – Hoch oben auf dem Hügel der einstigen Mülldeponie bei Hüttenfeld ragt neuerdings ein Mast in die Luft, schmal und gut verspannt steht er dort. Das Gelände ist zum Energiepark geworden. Strom aus der Sonne wird hier schon erzeugt. Künftig soll Windenergie hinzukommen. Der Mast, der nun zu sehen ist, wurde für Windmessungen errichtet. Ziel ist, die Wirtschaftlichkeit einer Windkraftanlage zu belegen. Die nämlich plant der Zweckverband Abfallwirtschaft (ZAKB) an eben dieser Stelle.

„Wir wollen ein Jahr lang alle relevanten Daten erfassen, sodass das Projekt auf soliden Füßen steht“, erklärt Sascha Bocksnick. Er ist beim Zweckverband für den Energiebereich verantwortlich. Schon jetzt gibt es eine Reihe von Gutachten die besagen, dass eine Windkraftanlage auf dem ZAKB-Gelände baulich problemlos zu errichten ist. Der Untergrund trägt. „Nun wollen wir zeigen, dass sich die Investition auch rechnet“, erklärt ZAKB-Geschäftsführer Gerhard Goliasch. Verbandsvorsitzender Thomas Metz betonte: „Der Zweckverband hat sich den Ausbau der Gewinnung regenerativer Energien auf die Fahne geschrieben, die Windkraft kann dabei an einem Standort wie hier bei Hüttenfeld relevante Bedeutung haben.“

Zwölf Monate lang wird die Windstärke gemessen. Beginn war Mitte Januar. „Regelmäßig werden die Daten von Experten ausgewertet und in einem Gutachten mit vergleichbaren Langzeitdaten abgestimmt. Hierdurch entsteht ein sehr genaues Profil der Windverhältnisse auf dem Hügel“, so Bocksnick. Es sollen vor allem spezifische Windeffekte des früheren Deponiegeländes erfasst werden. Der Hügel, davon ist aufgrund von Erfahrungen auszugehen, verstärkt die Windgeschwindigkeit, Bocksnick spricht vom sogenannten „Haldeneffekt“. Mit der Windmessung wurde eines der in Deutschland auf diesem Gebiet führenden Unternehmen beauftragt, die anemos GmbH mit Sitz in Reppenstedt (Niedersachsen). Der nun errichtete Mast hat eine Höhe von 100 Meter, darunter erhebt sich der Deponiehügel auf 48 Meter. Die Messgeräte sind auf fünf verschiedene Höhen an dem Stahlgestell angebracht.

Nach Abschluss der Messungen ist die Verbandsversammlung des ZAKB gefragt. Sie entscheidet über den Bau der Windkraftanlage. „Projekte wie diese zeigen, wie die Energiewende im Lokalen funktionieren kann“, sagt Thomas Metz. Hinzu kommt, dass das Engagement des ZAKB auf dem Energiesektor dazu beiträgt, die Preise für die Müllabfuhr im Kreis Bergstraße stabil zu halten oder wie Anfang vergangenen Jahres geschehen, sogar zu senken. „ Die Geschäftsfelder Energie- und Abfallwirtschaft fügen sich sehr gut zusammen, den Nutzen haben die Bürger und die Umwelt“, betont Gerhard Goliasch.

Dass Windkraftanlagen auf früheren Deponiegeländen gut betrieben werden können, zeigt sich inzwischen an vielen Standorten in Deutschland. Bei der Umsetzung des Projekts nahe Hüttenfeld setzt der ZAKB auf größtmögliche Transparenz und regelmäßige Information der Öffentlichkeit. zg

 

 

 

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