Fr., 22. September 2017
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Von: 14. September 2017 weiterlesen →

„Weitere Bedarfsanalyse ist nicht zielführend“

DIE LINKE kritisiert das Vorgehen der Kreistagskoalition

KREIS BERGSTRASSE – „Wir Analysieren anstatt zu handeln! So und nicht anders stellt sich die Vorgehensweise seitens Kreis allzu gerne dar. Gerade am Beispiel der medizinischen Versorgung, wird ersichtlich, wie die Kreistagskoalition aus CDU und SPD nebst Landrat durch die Beauftragung einer Bedarfsanalyse in einen Aktionismus verfällt, um der Öffentlichkeit etwas vorgaukeln zu können, sogar mit dem Wissen, dass es während des Analysezeitraums weiter mit der ambulanten medizinischen Versorgung bergab geht“, so DIE LINKE-Fraktionsvorsitzender Dr. Bruno Schwarz. Im Zeitraum Februar bis Juni 2011 wurden von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen für jeden Landkreis Publikationen „Versorgung heute – Aktuelle ambulante Versorgungssituation in Hessen“ veröffentlicht. Seit Mitte Mai 2014 liegt eine Fortschreibung in Form eines „Regionalen Gesundheitsreport“ vor. Auf Ebene der Landkreise wird neben der Darstellung der ambulanten allgemeinärztlichen Versorgungslage erstmalig grenzübergreifende Versorgungsanalysen und Entwicklungsszenarien bis zum Jahr 2020 dargestellt. Schwerpunktmäßig beziehen sich die Reporte auf die Bereiche ambulante haus- und fachärztliche Versorgung, Apotheken, Krankenhaus und Pflege. Trotz der Kenntnis über diese erhobenen Daten, wurde aktuell im Kreistag eine weitere teure Analyse, zur ambulanten medizinischen Versorgung im Kreis Bergstraße, verabschiedet. DIE LINKE Fraktion im Bergsträßer Kreistag hatte mit einem Antrag den Versuch gestartet, dem CDU/SPD-Placebo-Antrag konkrete Handlungen einzuhauchen. Inhaltlich hätte der Linken Antrag das abgedeckt, was dem Antrag der Koalition klar fehlt – die Definierung von Sinn und Zweck. Gefordert wurde unsererseits inhaltlich die Auswertung der bereits vorhandenen Daten der KV mit Unterstützung der neu gegründeten Ärztegenossenschaft ÄGIVO, um in Folge entsprechende Forderungen zur medizinischen Versorgung für den Kreis stellen zu können. Auch wurde von uns die notwendige kleinräumige Dreiteilung des Kreises in die Bezirke Bergstraße, Ried und Odenwald benannt, da nur durch eine Differenzierung in die drei Bezirke eine verlässlichere Bedarfsplanung für die einzelnen Regionen möglich sei. Die aktuelle Aufteilung in nur zwei Bezirke, Ried und Bergstraße/Odenwald, ist insbesondere für den Odenwald ein Desaster, da dieser durch die Anbindung an die Bergstraße schnell als überversorgt gilt. Leider wurde der Linke Antrag von der Mehrheit der Großen Koalition aus CDU-SPD abgelehnt. Was wir benötigen sind schnellere Lösungen die zum Beispiel gerade die Ärztegenossenschaft ÄGIVO mit Ihren konkreten Handlungsansätzen, zum Erhalt von Arztsitzen im ländlichen, bereithält. Es gilt zu handeln, denn 2020 werden insgesamt 23 Prozent der Hausarztsitze neu zu besetzen sein und da werden uns auch weitere „Analysen“ weder neue Erkenntnis noch Lösungen bringen“, betont Schwarz abschließend. zg

Geschrieben in: Aus dem Nibelungenland

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