Sa., 18. November 2017
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Viel Raum für Integration im Herzen der Stadt

Interkulturelles Büro in Alter Schillerschule feierlich eröffnet / Sprachcafé als Herzstück

Sorgte zur Einweihung des Interkulturellen Büros für die passende musikalische Untermalung: Das Puls Band-Projekt der Popakademie Mannheim. Foto: Benjamin Kloos

BÜRSTADT – Es war ein wahrhaft interkulturelles Treffen, wie es zu diesem Anlass passender nicht hätte sein können: Am Freitag wurde in den Räumen der Alten Schillerschule in Bürstadt das Interkulturelle Büro sowie das Sprachcafé offiziell eröffnet. Und neben den Verantwortlichen von Stadt, Lernmobil Viernheim e.V. und natürlich dem Integrationsbeauftragten Jürgen Knödler hatten sich Vertreter der Politik, der Kirchen, der Gesellschaft, des Ausländerbeirates aber auch viele Flüchtlinge eingefunden.

Seit dem 1. September vergangenen Jahres ist Jürgen Knödler in der Funktion des Integrationsbeauftragten tätig, seit Freitag offiziell in den neuen Räumen in der Alten Schillerschule in der Magnusstraße, wo er bereits im Februar sein Büro bezogen hat. „Ich fühle mich hier pudelwohl, danke für diese tollen Räume im Herzen von Bürstadt”, betonte der engagierte Integrationsbeauftragte, der es sich zum Anliegen machte, den Anwesenden die Räume näher zu bringen – zunächst verbal und anschließend auch im Rahmen einer Begehung. Neben dem großen und hellen Raum für Integrationskurse für alt und jung sowie das dazugehörige Büro stand dabei besonders das Sprachcafé im Mittelpunkt. „Dies ist das Herzstück”, betonte Jürgen Knödler, „eine Begegnungsstätte, die auf vier Säulen basiert: Einerseits besteht die Möglichkeit der ehrenamtlich betriebenen Hausaufgabenbetreuung, anderseits spielt die Vermittlung von Sprache eine große Rolle. Viele Flüchtlinge lernen über das Internet oder Youtube Deutsch via E-Learning. Wir haben hier Laptops zur Verfügung gestellt bekommen, um dies und auch die vorhandenen Sprachkurse zu unterstützen – gerade auch für Menschen, die bisher noch keinen Platz in einem Sprachkurs gefunden haben, ist dies sehr sinnvoll.” Weiterhin könne der Raum zur Konversation und zum Zeitung lesen genutzt werden – „nicht nur, um sich über die Ereignisse der Region zu informieren, sondern auch um die Stellen- und Wohnungsanzeigen zu nutzen”, ergänzte Jürgen Knödler, der als vierte Säule die Möglichkeit zum Treffen, zum Austausch und zur Begegnung nannte.

„Früher wurde hier in der Schule der Grundstein für Bildung gelegt, heute setzen wir Zeichen in die richtige Richtung. Wir haben in diesen alten Räumen, die auf diese Art und Weise alteingesessene und neue Bürstädter miteinander verbinden, Zukunft geschaffen”, freute sich Bürgermeisterin Barbara Schader. „Früher habe ich als Kinder hier noch gelernt, heute bietet das Gebäude viele Möglichkeiten, von der Unterkunft für viele Vereine über die Möglichkeit der Nutzung als Bildungsstätte bis zu Kinderbetreuung. Hier ist Leben, hier ist Bewegung, die Möglichkeit zum Treffen mitten in der Stadt. Dies sind Räume, in denen Integration geschehen kann!” Bedauernd fand Bürgermeisterin Barbara Schader, dass der Kreis keine finanzielle Unterstützung für dieses wichtige Projekt der Integration geleistet habe. Denn hier sei die Grundlage für eine weitere professionelle Integration gelegt worden. Mit dem Lernmobil Viernheim habe man jedoch einen starken Partner gefunden, zudem sei Bürstadt als einzige Kommune im Kreis Bergstraße im hessischen Programm „Flüchtlinge für bürgerschaftliches Engagement gewinnen”, wobei das Sprachcafé eine der Bausteine hierfür sei. 

Sehen Bürstadt auf einem guten Weg zur Integration: Bürgermeisterin Barbara Schader und der Integrationsbeauftragte Jürgen Knödler (v.l.). Foto: Benjamin Kloos

Dr. Gerd Baltes, Geschäftsführer des Lernmobil Viernheim e.V., freute sich, dass die Stadt Bürstadt seinen Verein als Kooperationspartner ausgewählt habe. Integration richte sich an alle Bürger der Stadt, stellte er klar. Gleichzeitig betonte er, dass es wichtig sei, dass nicht nur die Mehrheitsgesellschaft etwas für die Integration tun müsse, sondern dass sich die Menschen, die hier herkommen, sich ebenfalls zum Wohl der Gesellschaft einbringen. Als gelungenes Beispiel hierfür nannte er die Integrationslotsen, die auch in Bürstadt bald ihre Arbeit aufnehmen werden.

Grußworte für den Kreis Bergstraße überbrachte die Ausländerbeauftragte Brigitte Paddenberg, die herausstellte, dass „wir Menschen unterstützen müssen, damit sie sich hier heimisch fühlen können.” Bürstadt sei hier auf einem sehr guten Weg.

Für die musikalische Untermalung mit arabischen Klängen, bei denen zahlreiche Gäste begeistert mitwippten, sorgte das Puls Band-Projekt der Popakademie Mannheim. Und auch das leibliche Wohl kam nicht zu kurz, so warteten durch Flüchtlinge zubereitete Köstlichkeiten aus 1001 Nacht wie Muskraut, der Speise für den König, arabische Köpfte, Bulgur mit Hackfleisch, Falafel oder auch Süßspeisen wir Kurdisches Engelhaar – ideale Grundlage, um miteinander ins Gespräch zu kommen und die Integration in der Bürgerstadt mit Herz ein weiteres Stück voranzutreiben. Benjamin Kloos

 

 

Geschrieben in: Bürstadt und Stadtteile, Lokal

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