Mo., 20. November 2017
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Von: 13. November 2017 weiterlesen →

Verkupplungsversuche und Partnertausch

Die Volksbühne feierte in der Notkirche gelungene Premiere mit dem Stück „Schäfaschdinncha“

Mit der Annonce im TIP will der junge Sebaschdian (Florian Uhl)  seine Kasse aufbessern. Unterstützung bekommt er von Seffa (Ilse Prüssing), der Haushälterin auf dem Hof der Herrwegs. Foto: Eva Wiegand

LAMPERTHEIM – Wenn die Tage im November triste und grau sind, bringt die Volksbühne ihren Zuschauern regelmäßig Licht und Freude  in den Alltag. Am Samstag feierten die Laiendarsteller die Premiere des neuen Stücks in der Notkirche und machten damit ihr Publikum wieder sehr glücklich, denn hier reihten sich die witzigen Sprüche, Szenen, Mimiken und Gesten nur so aneinander, auch der lokale Bezug kam bei dem gelungenen Mundartstück keinesfalls zu kurz. Der Dreiaggder in Loambadder Mundaad „Schäfaschdinncha“, im Original „Schäferstündchen“ von Bernd Gombold, kam beim Publikum, welches sich immer wieder die Lachtränen wegwischen müsste, jedenfalls prima an. Denn der arme Bauernsohn Sebaschdian Herrweg (Florian Uhl) war nur zu bedauern. Sein verwitweter Vadda Sebaschdian Herrweg Sen. (Peter Bischof) hält ihn knapp bei Kasse, lässt ihn auf dem Hof ackern und gönnt ihn noch nicht einmal ein eigenes Auto. Stattdessen versucht er unter dem Motto „Solong Du die Fies unner moin Disch streggsch….“ seinen Sohn, wenn möglich, mit einer 100-Hektar-Bauerstochter zu verkuppeln. Der junge Basti hat sein Herz jedoch bereits an Lissi Käfa (Saskia Schollmeier) verschenkt. Viel Verständnis für seine verquere Situation haben die Haushäelldann Seffa Grienewald (Ilse Prüssing) und der Gneschd Friedl Käsch (Frank Griesheimer). Um Geld in seine Kasse zum spülen, beschließt Basti den kleinen Anbau und sein eigenes Zimmer an Feriengäste zu vermieten. Er gibt eine Anzeige im TIP auf, die prompt zwei „Paare“ anlockt, die anonym bleiben wollen und die Einsamkeit suchen.
Friedl schlüpft in die Rolle des Empfangschef und bemerkt sofort, dass mit den Feriengästen nicht alles koscher ist, die offensichtlich – ohne jeweils das kleine Geheinmis des anderen zu kennen – ihre Partner getauscht haben. Denn Peda Käfa (Sven Soldan) und Karoline Schädling (Nina Siegel) teilen sich ein Zimmer. Und wie es der dumme Zufall will haben sich nur wenige Meter entfernt Pedra Käfa (Traudel Krause) und Kall Schädling (Michael Heiß) zu einem Schäferstündchen eingenistet. Vadder Sebaschdian und seine Skatbrüder, die Bauan und Nochban Kuad Diehl (Klaus Jenner) und Egon Gnibbl (Michael Swietlicki), die eigentlich „koa Fremme im scheene Loambadde“ haben wollen, können das Geschehen um sie herum nicht recht fassen, finden doch schließlich erstaunlicherweise Gefallen am reizenden Damenbesuch. Das Unheil nimmt seinen Lauf, als Lissi unerwartet auf den Hof kommt. Sie hinterlässt ihrem „Baschdl“ eine Liebesbotschaft, die leider auch der alte „Baschdl“ liest. In ihm entfacht ein Feuer, welches das Geschehen auf der Bühne zum Brodeln bringt.
Regie bei dem Stück führt Gerhard Baum, das Bühnenbild wurde von Gerhard Andres, Roman Krause, Kevin Krause, Dieter Weidenauer, Karl Kling und Sven Soldan gestaltet. Als Suffleusen stehen Angelika Jenner und Inge Andres zur Seite, für sitzende Frisuren und Masken sorgen Heike Tschirner und Stefanie Plischek. Den riesigeren, nicht enden wollenden Applaus haben sich die Darsteller der Volksbühne am Samstag mehr als verdient, es folgen noch weitere zwölf Vorstellungen. Eva Wiegand

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