Fr., 18. August 2017
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Stimmungsvoller Sonnentag mit Regenintermezzo

Besuchermagnet großes Oldtimer-Treffen mit 350 Fahrzeugen

Schauen, was es an neuen Autos gibt – auf der Flaniermeile in der Kaiserstraße konnten sich die Besucher gut informieren lassen. Foto: Hannelore Nowacki. Foto: Hannelore NowackiLAMPERTHEIM – Zum Muttertag hatte Lampertheim viel zu bieten – schon um neun Uhr rollten unter dem Willkommensbanner  die Oldtimer aus nah und fern in die Kaiserstraße ein. Roland Marke vom Verein Lampertheim Classics begrüßte die Gäste in ihren historischen Fahrzeugen und stellte sie und ihre rollenden Schätze dem Publikum über Mikrofon vor. Das  Empfangsteam überreichte den Damen eine langstielige Rose, für die liebevoll gepflegten Oldtimer gab es saugfähige Pappen mit der Aufschrift „Auslaufmodelle“. Bis zum Regenguss am Nachmittag ging der Verein von rund 350 Fahrzeugen aus, beim Oldtimer-Treffen vor einem Jahr war der Verein schon mit etwa 250 Fahrzeugen bis zum Schluss hochzufrieden. An der Domkirche und auf dem Europaplatz fanden die Oldtimer aller Größen einen Parkplatz, wenngleich der zeitweise stetige Zustrom an die hilfreichen Platzeinweiser der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) erhöhte Anforderungen stellte. Als Wasserretter perfekt, bewiesen die Helfer auch hier ihr Können. Schon in der Nacht war ein Mercedes-Fahrer aus Berlin eingetroffen. Auf dem saftig grünen Rasenteppich der Domwiese wartete unterdessen ein 36 Jahre alter Citroen LNA auf seinen neuen Besitzer. Wie die „Ente“ begnügt sich das historische Auto mit einem 650 Kubikzentimeter starken Motor. Nur noch sechs weitere Fahrzeuge seiner Art sind in Deutschland zugelassen. Bei der Versteigerung am Nachmittag sicherte sich Classics-Vereinsmitglied Claude das restaurierte Fahrzeug für 2.200 Euro. Versteigerungsmeister Daniel Götz zeigte sich mit dem erzielten Betrag zufrieden. Wie angekündigt erhält darf sich die DLRG über einen Spendenbetrag daraus freuen. Viel bestaunte Platzhirsche waren original amerikanische Straßenkreuzer aus den 1950er Jahren, die mit ihren ausladenden Maßen für große Einkaufstüten wie geschaffen sind. Mit seinem strahlendblauen 5,80 Meter langen Cadillac aus Hawaii fährt Classics-Vereinsmitglied Christopher Billinger tatsächlich zum Einkaufen, bei Ausfahrten verlangt er von den acht Zylindern jedoch nur 130 km/h, beim Verbrauch liegt er mit 20 Litern im üblichen Bereich. In witzig anmutenden kleinen Vehikeln kann man sehr gut reisen, wie die aufgeschnallten Koffer bewiesen – bei der Einfahrt strahlten Fahrer und Beifahrerin. Am Dom glänzte auch ein roter 250 PS starker Chevrolet Bel Air aus Lampertheim, Baujahr 1957, mit damals gewünschten pompösen Chromverzierungen und Wurzeln in Nevada. Der prächtige Parkplatznachbar, ein zwei Jahre jüngerer „Kapitän“ von Opel, versuchte  glanzvoll mitzuhalten. Auch die Damenmode der1950er Jahre zeigte pompöse Züge, was den Verein Lampertheim Classics zur Modenschau mit entzückenden Models und Modellen inspirierte. Bürgermeister Gottfried Störmer eröffnete mit Spargelkönigin Stefanie II. die Lampertheimer Autoschau mit Oldtimer-Treffen und verkaufsoffenem Sonntag offiziell mit einer Ansprache bei der bronzenen „Spargelfamilie“ an der Domwiese, um dann sogleich in den Genuss des Probesitzens in einem historischen Wunderwerk des Designs und der Fahrzeugtechnik zu kommen. Alfred Richter hatte seinen edelweißen Mercedes Benz SSK, Baujahr 1928, mitgebracht, der am 14. Juli 1929 beim Großen Preis der Nationen auf dem Nürburgring Furore machte und bei Sonnenschein am besten mit Mütze gefahren wird. Der satte Klang kommt auch im Stand gut an.

Auch urtümlich wirkende Oldtimer waren zu sehen, wie dieser amerikanische Pick-up oder ein wagemutig tiefergelegter VW-Bus. Foto: Hannelore Nowacki

Weniger komfortabel ist das hölzerne Laufrad, das der Bürgermeister anschließend bestieg, ein originalgetreuer Nachbau des Draisrades. Ganz schön in Fahrt kommt man mit dem ersten Auto der Welt, in dem Bürgermeister Störmer stilgerecht einen Hut aufsetzte. Später fuhr Oldtimersammler Alfred Richter mit diesem dreirädrigen Benz Patent-Motorwagen seine Passagiere gemütlich durch die Kaiserstraße. Mit nicht einmal einer Pferdestärke leistet der Heckmotor höchstens 16 km/h. Nach dem Regenschauer fehlten viele Oldtimerfahrzeuge, nachdem ihre Besitzer vor der Nässe geflüchtet waren. Doch wie Roland Marke beobachtet hatte, füllte sich die Gasse zwischen Dom und Wiese bald wieder mit hungrigen und vergnügten Gästen, die während des Nachmittags außerdem mit Livemusik vom „Duo Autark“ verwöhnt wurden. Ein paar Schritte weiter beeindruckten die neuen Automodelle mit schönem Design und hervorragenden Leistungen. Hannelore Nowacki

 

 

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