Von 3. Dezember 2014 Weiter lesen →

Spannende Einführung in Wing Tsun Kung Fu und Grappling

Ausgelassene Stimmung beim 17. Kampfsport-Workshop in Bürstadt

Starke Truppe: Die Teilnehmer des 17. Kampfsport-Workshop Bürstadt. Foto: oh

Starke Truppe: Die Teilnehmer des 17. Kampfsport-Workshop Bürstadt. Foto: oh

BÜRSTADT – Mit Wing Tsun Kung Fu und Grappling konnte der 17. Kampfsport-Workshop des 1. JC Bürstadt mit gleich zwei neuen Kampfsportarten aufwarten. Während Wing Tsun als Verteidigungsstrategie im Standkampf unterrichtet wird, stellt Grappling eine Wettkampfsportart im Bodenkampf dar. „Es ist wichtig sich in allen Situationen verteidigen zu können“, nennt der Organisator Klaus Schmidt seinen Antrieb, immer neue Stilrichtungen in seinen Workshop zu integrieren. „Jeder Stilrichtung, egal ob Kampfkunst oder Wettkampfsport, können Elemente zur Selbstverteidigung entnommen werden“.

Bereits zum 17. Mal fand der stilübergreifende Kampfsport-Workshop beim 1. JC Bürstadt statt. Eröffnet wurde der Lehrgang durch den bereits mehrfach dabei gewesenen Referenten René Zeller aus Waiblingen bei Stuttgart. Der in den philippinischen Kampfkünsten bewanderte Trainer stellte den auf den Philippinen als Schärpe oder Wickelrock getragenen Sarong  als geeignetes Mittel zur Selbstverteidigung vor. Die Teilnehmer mussten dabei jedoch schnell feststellen, dass es einfacher aussieht, einen mit Schlägen und Tritten angreifenden Gegner im Bewegungsfluss zu verknoten als sich dies tatsächlich ausführen lässt. „Selbstverteidigung mit einem Sarong ist eine trainingsintensive Sache“, wusste der Referent aus eigener Erfahrung zu berichten. „ Wenn man es dann aber einmal kann macht es, die Selbstverteidigung einmal ausgeblendet, riesigen Spaß seinen Trainingspartner einzuwickeln und zu verschnüren.“ Ganz in diesem Sinne unterrichtete der Deutschlandrepräsentant des fcs-Kali dann auch erste Schlag-, Hebel-, Würge- und Wurftechniken mit dem Sarong, was bei den teilnehmenden Kampfsportlern unabhängig von der jeweiligen Stilrichtung für große Begeisterung sorgte.

Der in Bad Nauheim und Darmstadt freie Wing Tsun-Schulen leitende Sifu Frank Schultheis führte in der zweiten Trainingseinheit systematisch in die Verteidigungsprinzipien des Wing Tsun ein. Mit einfachen, zielgerichteten Techniken vermittelte er den Teilnehmer Aufbau und Strukturen des  Wing Tsun-Trainingsprogramms. Insbesondere den weniger erfahrenen Teilnehmern ermöglichte der Referent durch seinen didaktischen gelungenen Aufbau einen nachvollziehbaren Einblick in die für viele neue Kunst der Selbstverteidigung.

Mit ähnlich strukturiertem Ansatz unterrichtete auch der dritte Trainer des Tages, Alex Syndikus, seine Grappling Trainingseinheit. Er begann zunächst mit wesentlichen Elementen zur Positionierung des eigenen Körperschwerpunkts im Bodenkampf. Nach und nach baute der erfolgreiche Wettkämpfer danach Übungen ein bei denen es um Veränderung und Anpassung der eigenen Körperposition in der kämpferischen Auseinandersetzung ging. Anders als im Wettkampfsport legte der Trainer dem Teilnehmerfeld geschuldet sein Augenmerk darauf sich schnell und sicher aus der Bodenlage zu lösen. „In einem Selbstverteidigungsfall sollte man sich möglichst nicht auf einem Bodenkampf einlassen. Landet man aber mit seinem Gegner ringend am Boden, schadet es nicht, Wege zu kennen, über die eine bestmöglich gesicherte Rückkehr in eine stehende Position möglich ist“, erläuterte der an der Uni Mainz unterrichtende Referent seinen Trainingsansatz.

Die abschließende Trainingseinheit wurde wie immer durch den Organisator Klaus Schmidt geleitet. Gemäß seinem Trainingsangebot beim 1. Judo-Club Bürstadt wählte er ein Trainingsmethoden aus dem Modern Arnis für seine Lehreinheit. Er baute zunächst einen Bewegungsdrill auf, bei dem sich verteidigende und angreifende Bewegungen in unendlich wiederkehrenden Mustern aneinander reihten. „Mit diesem Drill können wir eine körperlich eng geführte Auseinandersetzung im Standkampf möglichst realitätsnah simulieren“, so der Trainer. Ziel der Trainingseinheit war es jedoch mit sogenannten „Take downs“, Übergänge aus dem Stand in die Bodenlage zu schaffen. Hinsichtlich der Selbstverteidigung zeigte der Referent Take downs nach denen der Angreifer zuletzt kontrolliert und kampfunfähig am Boden fixiert war. Seinen Lehrgang abrundend ließ es sich der erfahrene Trainer jedoch nicht nehmen spielerische Brücken zwischen den einzelnen Trainingseinheiten zu schaffen. Aus Wing Tsun ähnliche Bewegungsmuster im Standkampf zeigte er Take downs die zu grapplingähnlichen Raufereien in der Bodenlage führten. „Am Ende sind wir alle Sportler, die einfach nur Spaß haben wollen“ fasste der Gastgeber seine Begeisterung für sein Lehrgangskonzept mit wechselnden Stilrichtungen abschließend zusammen.

Genau diese Begeisterung  veranlasste viele der 55 Teilnehmer bereits zum wiederholten Male an dem Kampfsport Workshop teilzunehmen. Mit entsprechend freundschaftlicher Stimmung durchmischten sich auch die Teilnehmerfelder der verschiedenen Stilrichtungen zum ausgelassenen gemeinsamen Training. Für das kommende Jahr, in dem Klaus Schmidt seinen Lehrgang bereits im 10 Jahr anbieten wird, konnte der Gastgeber des 1. JC Bürstadt bereits viele Voranmeldungen entgegen nehmen. zg

 

Geschrieben in: Sport

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