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Schlaganfall – und was dann?

Neue Selbsthilfegruppe im Kreis Bergstraße gegründet / Interessierte Betroffene und Angehörige am 18. Januar zu erstem Treffen eingeladen

Nach einem Schlaganfall zurück ins Leben – dabei hilft die Physiotherapie. Doch der gegenseitige Austausch ist ebenso wichtig, hierzu wurde jetzt im Kreis Bergstraße eine Selbsthilfegruppe gegründet. Foto: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

RIED – Er kommt häufig aus heiterem Himmel und sowohl die Betroffenen als auch die Angehörigen sind meist zunächst ratlos, wie es weiter gehen soll: Der Schlaganfall. Dabei ist neben der Rehabilitation und der Unterstützung durch Ärzte, Therapeuten und Entspannungstrainern sowie besonders der Familie und dem näheren Umfeld wichtig, sich mit ebenfalls Betroffenen auszutauschen. Aus diesem Grund hat sich nun im Kreis Bergstraße die Selbsthilfegruppe Schlaganfall gegründet, zu der alle interessierten Patienten mit erworbenen Hirnschädigungen, beispielsweise durch Schlaganfälle, Gehirnblutungen und Schädel-Hirn-Trauma jeden Alters, aber auch deren Angehörige herzlich eingeladen sind. An jedem dritten Donnerstag im Monat finden von 17 bis 19 Uhr die regelmäßigen Gruppentreffen im Gruppenraum des Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth, Rathausstraße 4, in Bürstadt statt.

Die Idee für die Selbsthilfegruppe entwickelte Hans-Dieter Niepötter, der selbst vor acht Jahren einen Schlaganfall erlitten hatte. „Ich wollte mich in einer Selbsthilfegruppe engagieren, aber eine derartige Gruppe fehlte bisher im Umkreis. Daraufhin habe ich mich mit der von der Caritas getragenen Selbsthilfekontaktstelle im Kreis Bergstraße unterhalten, die mich mit Rat und Tat unterstützt hat. Die Resonanz zeigt, wie wichtig eine solche Gruppe ist.”

Das erste Gruppentreffen fand im Oktober 2017 in den Räumen der Kontaktstelle in Heppenheim statt, gleichzeitig wurde der Wunsch geäußert, künftige Treffen im Ried abzuhalten, da die meisten bisher Interessierten aus Bürstadt und Lampertheim kommen. „Ich bin dem Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth und dessen Leiter Günter Schwering sehr dankbar, dass wir einmal pro Monat den Gruppenraum für unsere Treffen nützen können. Wichtig ist hierbei besonders, dass wir einen Raum haben, der barrierefrei zugänglich ist und in dem wir eine gute Atmosphäre für vertrauliche Gespräche haben”, betonte Hans-Dieter Niepötter im Rahmen eines Pressegesprächs. „Wir freuen uns über jeden Teilnehmer, besonders auch Angehörige sind angesprochen, da diese nach einem Schlaganfall bei einem geliebten Menschen häufig einen hohen Gesprächsbedarf haben. Der gegenseitige Austausch ist uns dabei sehr wichtig, wir wollen ein Netzwerk aufbauen, das Betroffenen hilft.” Wer Interesse hat, kann gerne jederzeit zu den Treffen kommen oder im Vorfeld telefonisch unter 06206/75558 eventuelle Fragen mit Hans-Dieter Niepötter abklären.

Ziel sind nicht nur regelmäßige Gruppentreffen, sondern darüber hinaus sollen durch die Gruppe selbst weiter Themen und Aktionen besprochen werden. Möglich sind dabei beispielsweise gemeinsame Ausflüge oder Vorträge von Rechtsanwälten, Therapeuten, Ärzten oder Entspannungstrainern.

„Vielen Dank an alle, die bei der Gründung der Selbsthilfegruppe unterstützt haben, besonders uch der ZNS – Hannelore Kohl-Stiftung sowie der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe. Diese bieten im Fall eines Schlaganfalls zudem einen Telefondienst mit kompetenten Mitarbeitern an, die in Krisensituationen beraten”, betont Hans-Dieter Niepötter, der die Gruppe initiiert hat, aber darauf verweist, keine alleinigen Entscheidungen treffen zu wollen. „Allein die Gruppe entscheidet, was geschieht.” Alle, die sich in der Gruppe engagieren wollen, sind herzlich zum ersten Treffen am 18. Januar eingeladen. Benjamin Kloos

Info: Die Gruppentreffen der Selbsthilfegruppe Schlaganfall stehen für alle interessierten Betroffenen und Angehörigen offen. Nächste Treffen sind am 18. Januar, 15. Februar und 15. März 2018 jeweils von 17 bis 19 Uhr im Gruppenraum des Pflege- und Altenheimes St. Elisabeth in Bürstadt.

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