Mo., 11. Dezember 2017
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Künstlerische Interpretationen der „Primadonna“ von damals und heute

Vernissage der KIL unter dem Motto „Primadonna“ im Rahmen des Kultursommers Südhessen am 16. September

BUZ: Die KIL-Künstler Bernd Kalusche, Heike Kissel-Eltrop, Anette Jansen und Bernhard Hossner präsentieren am 16. September eine äußerst interessante Vernissage zum Thema „Primadonna“ im Rahmen des Kultursommers Südhessen. Foto: Sigrid Samson

HOFHEIM – Eine „Primadonna“ war einst eine historische Frauenfigur, die sich die öffentliche Bühne hart erkämpft hatte. Die Rolle der Frau vor 400 Jahren im Bereich der Oper war eine völlig andere – eine anständige Frau präsentierte sich nicht auf einer öffentlichen Bühne. Nur zwielichtige Wanderbühnen zeigten damals Frauen auf Bühnen – das ist der eher anrüchige Teil der Primadonnen-Geschichte. Aber um die gesamte Bandbreite der menschlichen Stimmen zu nutzen, brauchte es auch den Sopran auf den Opernbühnen dieser Welt – so entwickelte sich eine Primadonnenkultur mit ungeahnten Ausmaßen der Rivalität, Geltungssucht, Zickenkrieg und Diva-Gehabe – mit Gesang, Schauspiel und Leidenschaft, Drama und Hysterie. Was geblieben ist, ist die abfällige Bemerkung, allerdings mit glamourösem Nebeneffekt: die Primadonna. Dieses Thema haben sich die KIL-Mitglieder Anette Jansen, Heike Kissel-Eltrop, Bernd Hossner und Bernd Kalusche für ihre anstehende Vernissage am 16. September auf die Fahne geschrieben. Sie wollen in ihrer Ausstellung rund um die „Primadonna“ Gefühle, Vorurteile und Glamour in unterschiedlichsten Präsentationen zeigen. Übrigens müssen Primadonnen heutzutage nicht mehr zwingend nur Frauen sein.

Auf dem Plakat zur Vernissage sticht das Bild einer Primadonna von KIL-Mitglied Bernd Kalusche in leuchtend rot, pink und lila Farbtönen direkt in’s Auge. „Völlig aufgelöst wirkt diese Figur“, erklärte Kalusche beim Pressegespräch. Nach dem historisch geprägten Begriff der Primadonna mit Assoziationen wie Rivalität, Diva, Star oder Vamp möchten sich die Künstler damit auseinandersetzen, „was haben wir jetzt noch damit zu tun“ und „welche Vorurteile bestehen aufgrund Nichtwissens diesbezüglich in der heutigen Zeit. Jeder meint etwas anderes damit“, ergänzte er. Die Quintessenz soll sein, zu zeigen, ob das nicht auch etwas sehr Positives beinhaltet. Die Betrachter der Werke sollen zum Nachdenken angeregt werden. Jeder der vier KIL-Künstler interpretiert das Motto auf seine Art und Weise. Kalusche wird zu seinem Wunschthema Malereien und Grafiken präsentieren, sowohl gegenständlich als auch abstrakt. Als Besonderheit werden drei Bilder des „Primo Uomo“, der Rivalitätsfigur der Primadonna, zu sehen sein. Kissel-Eltrop hingegen möchte versuchen, Kunstharz mit Malerei zu verbinden, wobei sie sich an die weiblichen Formen „mit schönem Schwung“ hält, wie sie im Pressegespräch verriet. „Dieses Thema kommt mir sehr gelegen und trifft meinen Geschmack sehr gut“, teilte Anette Jansen mit, die sich bereits mit ihrem „Frauentorso“ in der Vergangenheit diesem Thema künstlerisch gewidmet hatte. Werke aus Beton und Experimentelles mit Blattgold, in die sie viel Ausdruck reinbringt, verspricht sie den Besuchern. „Trio“ heißt das neue Holzobjekt von Hossner, der hierzu noch ein Bild, passend zum Hintergrund, gestaltet hat. Auch eine Holzskulptur mit Krone und ein neues Lichtobjekt gehört zu seinen Werken. Etwas ganz Außergewöhnliches von ihm wird für Überraschung sorgen: ein kunstvolles Damen-Kleidungsstück aus feinem Satinstoff und Metall, welches von einem Model bei der Vernissage präsentiert wird. Auch Gäste werden wieder vertreten sein – „damit sich auf fremde Künstler mit ganz eigenen Gedanken einbringen können“, so Kalusche. Gastkünstler können sich hierzu im Vorfeld bewerben. Neun Gäste der badischen Künstlergruppe „wieArt“ aus dem Großraum Baden konnten gewonnen werden, sich bei der Vernissage einzubringen. Die insgesamt 100-köpfige Gruppe aus Wiesloch beschäftigt sich mit der Darstellung von Skulpturen, Malerei, Schmuckdesign und Grafik. Zu den Gästen zählen Gisela Adis, Barbara Berger, Ulrike Grimm, Sylvia Markgraf, Mikael Vincelj und Uli Völker. Die Vernissage wird passend zum Thema musikalisch begleitet von den „DuettTanten“. Michaela Buchmeister, Chefredakteurin der Zeitschrift ArtProfile, wird auf dem Klavier spielen und gemeinsam mit ihrer Gesangspartnerin Stephanie Salm aus Worms frivole Songs aus den 20er und 30er Jahre darbieten. Der Außenbereich des Gebäudes wird zum ersten Mal als Ausstellungsbereich mit integriert – hier sind Skulpturen der Künstlerin Antonia Breglia zu finden. „Gekrönte Häppchen“ werden den Besuchern zum Verzehr gereicht. Sigrid Samson

Info:

Die Vernissage beginnt am Samstag, den 16. September, um 19 Uhr. Die Ausstellung ist auch am Sonntag, den 17. September, für interessierte Kunstfreunde geöffnet. Anschließend können die Werke jeweils donnerstags ab 18 Uhr und nach Vereinbarung in den Räumlichkeiten der KIL in Lampertheim-Hofheim, Schulstraße 4, bestaunt werden. Die Künstler freuen sich bereits sehr auf dieses außergewöhnliche Event und hoffen auf zahlreiche Besucher.

 

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