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Von: 17. Mai 2017 weiterlesen →
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Kreiskrankenhaus Bergstraße erweitert Angebot in der Geburtshilfe

Konzept des Hebammenkreißsaals führt ganz nahe an die natürliche Geburt heran

Esther Göbel und Dr. Ursula Hurst, Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe am Kreisrankenhaus, freuen sich auf das erweiterte Angebot im Rahmen der Geburtshilfe. Foto: Kreiskrankenhaus Bergstraße (KKB) / Thomas J. Zelinger 

KREIS BERGSTRASSE – Das Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim erweitert sein Angebot in der Geburtshilfe. Mit einem so genannten Hebammenkreißsaal wird es künftig die Möglichkeit zur Geburt in besonders geschützter, weil sehr privater Atmosphäre geben. Das Konzept greift die Idee der Hausgeburt auf und bringt diese ins Krankenhaus. Werdende Eltern und die Hebamme sind unter sich. Ärzte bleiben, anders wie bei gewöhnlichen Krankenhausgeburten, im Hintergrund, sind im Falle einer Komplikation aber sofort zur Stelle. Die besondere Intimität der Geburt und die Sicherheit einer Klinik finden so zusammen.  

Derzeit laufen am Kreiskrankenhaus die Vorbereitungen zur Einführung des Hebammenkreißsaals. Das Haus gehört damit in Deutschland zu den Vorreitern in der Umsetzung des Konzepts, das ganz nah an die natürliche Geburt heranrückt und seit einigen Jahren Verbreitung findet. Bislang machen 17 Geburtskliniken zwischen Bremerhaven und Herrenberg südlich von Stuttgart ein solches Angebot. In der Region Südhessen/Nordbaden ist die Umsetzung eine Premiere. Die Geburt im hebammengeleiteten Kreißsaal wird in Heppenheim voraussichtlich ab dem Jahreswechsel 2017/2018 parallel zu den herkömmlichen Möglichkeiten der Geburt möglich sein.

In Konsequenz wird das Kreiskrankenhaus die Zahl der im Haus tätigen Hebammen erhöhen, bislang sind es 17. „Es wird eine Eins-zu-Eins-Betreuung geben“, sagt Chefärztin Dr. Ursula Hurst. Die Leiterin der Gynäkologie und Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus und ihr Team stehen mit Überzeugung hinter der Neuerung. Dr. Hurst begrüßt den engen Schulterschluss im Team, für sie gilt bei der Umsetzung des Projekts: „Wir wollen gemeinsam daran arbeiten.“ Schon jetzt spürt sie ein Umdenken und große Sensibilität fürs Thema. Bei der Idee des Hebammen-kreißsaals wird eine Gebärende durchgängig von Hebammen begleitet, auch wenn die Geburt sich von den ersten Anzeichen an über viele Stunden erstreckt. Kolleginnen im Hintergrund halten ihr den Rücken frei, und bei der Geburt sind sodann zwei Hebammen dabei. Federführend organisiert wird die Umsetzung des Konzepts von Alexandra Daum, die seit vielen Jahren Hebamme am Kreiskrankenhaus ist. 

Für Alexandra Daum und ihre Kolleginnen bedeutet die Idee des Hebammenkreißsaals einen Weg zurück zum Kern ihres Berufs und ihrer Berufung. Sie werden von administrativer und organisatorischer Arbeit, die in den zurückliegenden Jahren immer mehr wurde, entlastet. Stattdessen sind sie mit all ihrem Wissen und ihrem Können ganz für die werdenden Mütter da. „Viele Hebammen wollen wieder so arbeiten“, sagen Alexandra Daum und Susanne Klein, gleichfalls Hebamme am Kreiskrankenhaus. Der Beruf der Hebamme bekommt so für viele seine ursprüngliche Attraktivität zurück. Zugleich wird das neue Angebot dem weiterwachsenden Interesse bei werdenden Eltern gerecht. Voraussetzungen für eine Geburt, die sich an der Idee des Hebammenkreißsaals orientiert, sind eine risiko- und komplikationsfreie Schwangerschaft und selbstredend die Prognose einer ebenso risiko- und komplikationsfreien Geburt. Ansonsten greifen die klassischen Angebote und Möglichkeiten der Geburtsklinik, bei denen Ärztin oder Arzt sowie Hebamme durchgängig im Team arbeiten. Sollte die Geburt im Hebammenkreißsaal einen Wechsel zu einer herkömmlichen Geburt in Begleitung einer Ärztin oder eines Arztes notwendig machen, ist dies ohne räumliche Veränderung jederzeit möglich.    

Bei der Umsetzung des Konzepts orientiert sich das Kreiskrankenhaus an Vorgaben des Deutschen Hebammen Verbands. Derzeit geht es in dem Bergsträßer Haus darum, die eigenen Hebammen und auch andere am Thema Interessierte auf einen gleichen Wissensstand zu bringen. Dazu gehören Vorträge wie jüngst, als es darum ging, Geburtsphasen mit altem und neuem Wissen zu betrachten. Mit Esther Göbel war eine erfahrene Referentin aus Dresden Gast in Heppenheim. Sie sprach über den Geburtsstillstand und den Umgang mit einer solchen Situation. Erarbeitet wurde das Konzept für den Hebammenkreißsaal in Heppenheim in enger Anlehnung an die Geburtshilfe am Krankenhaus Herrenberg. Dort gibt es seit mehreren Jahren ein solches Angebot, entsprechend umfassende und positive Erfahrungen liegen vor. zg

 

Geschrieben in: Aus der Geschäftswelt

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