Mi., 26. Juli 2017
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Von: 22. Juni 2017 weiterlesen →

Jugendschutz beim Online-Glücksspiel

Glücksspiele haben schon immer eine große Faszination auf Menschen ausgeübt. Sportwetten sind der Legende nach so alt wie der Sport selbst. Casinospiele, wie beispielsweise Roulette, wurden bereits vor einigen Hundert Jahren entwickelt und erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. In vielen Kneipen finden sich Spielautomaten und in jedem größeren Ballungsraum in Deutschland treffen Sie auf Spielotheken, Spielhallen und Casinos, die verschiedene Glücksspiele anbieten.

Gegen ein paar Stunden im Casino ist grundsätzlich auch nichts einzuwenden. Spieler müssen sich allerdings der Konsequenzen bewusst sein. Das Casino hat bei allen Spielen den Vorteil auf seiner Seite. Das bedeutet, auf lange Sicht verlieren Spieler im Casino immer ihr Geld. Wer mit diesem Wissen spielt und den Abend im Casino mit einem Kinobesuch, Clubbesuch oder einem guten Essen im Restaurant gleichsetzt, wo schließlich auch Geld ausgegeben wird, der kann im Casino eine schöne und spaßige Zeit verbringen.

 

 

Glücksspiel kann zu Suchtverhalten führen
Doch leider sehen nicht alle Spieler im Glücksspiel eine reine Freizeitbeschäftigung. Wenn sich ein Suchtverhalten einstellt, leiden nicht nur die Spieler selbst darunter, sondern auch ihre Familienmitglieder und Freunde werden davon betroffen und eventuell um Geld gebracht. Die EU schätzt dass zwischen 0,1% bis 0,8% aller Spieler unter Glücksspielsucht leiden. Dazu werden bis zu 2,2% als gefährdet eingestuft. Aufgrund dessen hat die EU im Jahr 2014 einige Vorschläge für seine Mitgliedsstaaten unterbreitet, die der Spielsucht vorbeugen sollen.

Ein besonderer Fokus soll demnach auf dem Jugendschutz vor Glücksspiel im Internet liegen. Jugendliche nutzen das Internet mehrmals täglich um sich zu informieren oder mit Freunden in Kontakt zu treten. Dabei können sie unweigerlich auf Glücksspielangebote stoßen und den Versuchungen erliegen. Im Folgenden werfen wir einen Blick darauf wie gut geführte Online-Casinos Jugendliche vor sich selbst schützen und wo die Probleme dabei liegen. Zudem sagen wir besorgten Eltern, was Sie tun können um Ihr Kind im Internet besser vor allen Gefahren zu schützen, nicht nur dem Glücksspiel.

 

Wie werden Jugendliche vor Glücksspiel geschützt
Gut geführte Online-Casinos machen es Jugendlichen so schwer wie möglich im Casino um echtes Geld zu spielen. Wenn ein Benutzerkonto im Casino angelegt wird, müssen neue Spieler ihre Angaben verifizieren. Dafür sind mindestens zwei Dinge erforderlich. Zum einen muss eine Kopie eines Lichtbildausweises eingeschickt werden – das kann der Personalausweis, Führerschein oder Reisepass sein. Zum anderen muss eine Rechnungskopie eingeschickt werden auf der die Adresse sowie der Name des Kunden zu sehen sind. Rechnungen von Online-Versandhäusern oder Mobilfunkanbietern werden in seriösen Casinos nicht akzeptiert, stattdessen muss eine Strom-, Wasser-, Gasrechnung oder ähnliches eingesendet werden.

Zudem können Ein- und Auszahlungen nur auf Konten durchgeführt werden, die unter dem gleichen Namen laufen, der bei der Registrierung angegeben wurde. Einzige Ausnahme sind Prepaid-Karten mit denen im Casino eingezahlt, aber nicht ausgezahlt werden kann. Das Casino kann auch auf eine Kopie der Kreditkarte oder eines Kontoauszuges bestehen. In dem Fall dürfen Kunden die meisten Nummern der Karte bzw. die Geldbeträge auf dem Kontoauszug natürlich schwärzen.

 

Was macht der deutsche Staat
Der Staat wird von der EU ebenfalls in die Verantwortung genommen. Doch leider ist davon in Deutschland nicht viel zu spüren. Jugendliche sollten eigentlich erst gar nicht in die Versuchung kommen Glücksspiel zu betreiben. Doch wer nachmittags den Fernseher einschaltet, der sieht nach kurzer Zeit bereits die erste Werbung von Sportwettenanbietern und Online-Casinos. Ein Besuch auf den größten deutschen Sportseiten, auf denen sich ein 12-Jähriger über seinen Lieblingsverein informieren möchte, wird ebenfalls von Werbebannern für Sportwetten und Lotterien begleitet.

Alle bisherigen Versuche seitens der Regierung den Herausforderungen des digitalen Zeitalters entgegen zu treten scheiterten bislang kläglich. Der Staat scheint überfordert damit zu sein unsere Kinder im Internet vernünftig zu schützen. Der Spagat zwischen Zensur und Jugendschutz ist zugegeben auch enorm schwierig. Doch die Verantwortung einfach auf Betreiber und Eltern abzuwälzen ist ebenfalls keine Lösung. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Regierung mit dem Thema ausgiebig beschäftigt und bessere Lösungen präsentiert.

 

Wo liegen die Probleme des Jugendschutzes
Die überall präsente Glücksspielwerbung haben wir bereits angesprochen und sie ist für einen effektiven Jugendschutz alles andere als förderlich. Das wohl größte Problem sind allerdings die schwarzen Schafe der Branche, die beispielsweise keine Papiere bei der Registrierung einfordern oder keine Anstalten machen eine Auszahlung auf ein Konto, welches unter anderem Namen läuft, abzulehnen. Solche Casinos sind natürlich nicht nur für Jugendliche von großer Gefahr. Alle Spieler sind hier gefährdet, selbst solche die alt genug sind und nur ein wenig Spaß im Casino haben wollen.

Unseriöse Casinos können von einem auf den anderen Tag verschwinden und es gibt keine Garantien, dass hier vernünftig mit persönlichen Informationen umgegangen wird. Sollte bei Ihnen Interesse bestehen im Casino zu spielen, werfen Sie einen Blick auf die Seite von NoDepositKings.com. Dort finden Sie ausschließlich Angebote und Aktionen von seriösen Anbietern, denen Jugend- und Spielerschutz sowie die Sicherheit aller Spieler wichtig sind.

Doch selbst seriöse Casinos können nicht vollends verhindern, dass Jugendliche bei ihnen spielen. Die Maßnahmen haben wir bereits beschrieben und vielleicht ist Ihnen daran bereits ein großes Problem aufgefallen. Es gibt keinen Video-Chat bei dem ein Mitarbeiter des Casinos den Kunden sieht und mit ihm sprechen kann. In einem herkömmlichen Casino muss ein Jugendlicher immer am Türsteher vorbei und dabei sein Gesicht zeigen. Die benötigten Dokumente für eine Registrierung sind für einen Jugendlichen relativ einfach zu beschaffen. Das Portemonnaie vom Vater liegt abends vielleicht auf dem Küchentisch und eine Rechnung flattert auch des Öfteren in den Briefkasten.

Einzahlungen können mit Hilfe einer Prepaid-Karte auch ohne Konto mit gleichem Namen durchgeführt werden. Oder schlimmer noch, der Jugendliche besorgt sich auch eine Kreditkarte der Eltern. Schon sind alle Bedingungen und Jugendschutzvorkehrungen von Online-Casinos umgangen. Sollte der Ausflug gutgehen wird es den Eltern spätestens nach der Auszahlung auffallen. Schließlich muss auf die bei der Einzahlung benutzte Kreditkarte ausgezahlt werden. Doch in den meisten Fällen endet der Casinobesuch im Geldverlust und dann ist es zu spät darauf noch zu reagieren.

 

Was können Eltern tun um ihre Kinder zu schützen
Im Computerbrowser und auf Smartphones sollte immer ein Ad-Blocker installiert sein. Dieser verhindert das Werbungen angezeigt werden. Der Besuch auf der Sportseite endet dann nicht mehr damit die Quoten für die Bundesligaspiele am Wochenende zu sehen. Mittlerweile gibt es zudem einige Softwareprogramme, die Eltern dabei helfen unangemessene Inhalte von ihren Kindern fernzuhalten. Doch solche Programme alleine bringen überhaupt nichts und führen eher bei jüngeren Kindern zu Erfolgen, die auf diese Weise nicht aus Versehen auf Seiten mit unangemessenen Inhalten landen.

Bei Jugendlichen ist der gute alte Dialog immer noch der vielversprechendste Erfolg seine Kinder vor Gefahren im Internet zu behüten. Einfach nur verbieten führt in den meisten Fällen lediglich zu gesteigerter Neugier. Ein Gespräch, in dem Sie auf Probleme wie Spielsucht aufmerksam machen, kann Wunder wirken.

Wenn Sie nicht wissen, wie Sie so ein Gespräch führen sollen oder sich einfach nur mit Fachleuten darüber austauschen möchten, können Sie sich jederzeit an Saferinternet.de wenden. Dort finden Sie unter anderem einen Link zur ‚Nummer gegen Kummer‘, die Ihnen bei allen digitalen Problemen zur Seite steht. Schließlich gibt es im Internet weitere Gefahrenherde für Kinder und Jugendliche, die ein Gespräch zwischen Eltern und Kind unabdingbar machen, beispielsweise darüber, welche Informationen auf sozialen Netzwerken geteilt werden sollten und welche besser nicht.

Geschrieben in: Verbraucher-Tipps

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