Mo., 23. Oktober 2017
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Grundwasser im Raum Bürstadt mit Nitraten belastet

Aktuelle Messergebnisse der Brunnenproben liegen vor

Harald Gülzow bei Analysen im Labormobil. Foto: oh


BÜRSTADT – Viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser hat der VSR-Gewässerschutz bei den Brunnenwasserproben festgestellt, die im Rahmen der Informationsveranstaltungen am 6. September in Bürstadt beim Labormobil abgegeben wurden (wir berichteten). In jeder dritten untersuchten Proben lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter. Insgesamt wurden bei der Untersuchung das Wasser aus 39 privat genutzter Brunnen aus dem Raum Bürstadt – Lampertheim analysiert. Die Landesregierung in Wiesbaden muss in dieser Region dringend zusätzliche Maßnahmen zur Verringerung der  Belastung aus der Landwirtschaft – wie in der novellierten Düngeverordnung vorgesehen – verankern.“ so Susanne Bareiß-Gülzow, Vorsitzende im VSR-Gewässerschutz.  
Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei der Untersuchungen 152 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Bobstadt. Weitere mit Nitraten stark verschmutzten Brunnen stellten die Umweltschützer auch in Hofheim mit 88 Milligramm pro Liter (mg/l), in Bürstadt mit 85 mg/l und in Lampertheim mit 68 mg/l fest. Das Wasser ist wegen der Überschreitung des Grenzwertes der Trinkwasserverordnung nicht mehr zum Trinken geeignet. Besonders wichtig ist außerdem, dass derart belastetes Wasser nicht zum Befüllen eines Fischteichs genutzt wird. Es
besteht die Gefahr, dass es zur Massenvermehrung von Algen kommt. Diese können beim Absterben zum Fischsterben führen. Beim Bewässern mit nitratbelastetem Grundwasser kommt es zu einer zusätzlichen Nitratzufuhr. Diese muss man bei der Düngung dringend beachten, damit es nicht zu einer unnötigen Nitratanreicherung in der Pflanze kommt.
Gerade bei den starken Belastungen im Grundwasser muss in der regionalen
Landwirtschaft eine noch höhere Effizienz beim Düngen erfolgen als in den nicht belasteten Regionen. In der im Februar verabschiedeten novellierten Düngeverordnung wird der zuständigen Landesregierung hierzu verschiedene
Möglichkeit eröffnet. Den Politikern war klar, dass die Vorgaben der Düngeverordnung in Gebieten mit zu hohen Nitratbelastungen nicht ausreichen
werden die Belastungen zu verringern. Der VSR-Gewässerschutz fordert einen gesetzlichen Rahmen damit sich der Stickstoffüberschuss noch deutlicher verringern wird. Doch dazu müssen statt der Schätzung der Nährstoffgehalte mehr Messungen erfolgen. Wenn Landwirte nicht wissen wie hoch der Stickstoffgehalt im Boden wirklich ist, wird zwangsläufig schnell zu viel gedüngt. Aus diesem Grund wäre die Bestimmung des Bodenstickstoffgehaltes auf Ackerland eine sinnvolle
Maßnahme.
Der Bürger hat ein Recht auf sauberes Wasser. Da es für die Wasserversorger
in der Zukunft immer aufwendiger wird Wasser zu liefern, das den Grenzwert
von 50 mg/l Nitrat einhält werden die Preise für Leitungswasser steigen.
Umso ärgerlicher da viele Gartenbesitzer heute schon wegen der starken
Belastung im Brunnenwasser für viele Verwendungen im Garten statt
Brunnenwasser Leitungswasser verwenden müssen.
Damit in Zukunft die Nitratbelastungen im Grundwasser abnehmen, bedarf es
ein Umdenken bei den Landwirten und landwirtschaftlichen Verbänden. Der VSR-
Gewässerschutz möchte mit seinen Messungen dazu beitragen, dass die
Notwendigkeit einer Änderung der Düngerausbringung akzeptiert wird. Es muss
in den belasteten Regionen zu einem Informationsaustausch zwischen Bürger
und Landwirten kommen .zg

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