Von 14. Oktober 2014 Weiter lesen →

Die Welt in Bildern und Skulpturen

20 Jahre Künstlerverein: Kunstausstellung mit über 70 Kunstschaffenden unter dem Motto „Wir brennen für die Kunst“

Eva Charlotte Bechtold aus Heppenheim (von links) hatte die Jury mit ihrem großformatigen „Großstadtgetriebe“ beeindruckt und erhielt den Kunstpreis Platz 1, der mit 300 Euro dotiert ist. Vor vielen Jahren hatte sie schon einmal an der Ausstellung teilgenommen und einen Preis erhalten. Karin Kück erreichte mit ihrer Abendstimmung von „Las Vegas“ Platz 2. Gerhard Gärtner erhielt den  Skulpturenpreis. Karin Herbsthofer aus Griesheim kam mit ihren bildlich verarbeiteten „Zitronen“ auf Platz 3,  war jedoch verhindert. Die Arbeiten der beiden einzigen jugendlichen Teilnehmer Lea Hoffmann (Mitte) und Margarita Vollmer wurden nicht bewertet, aber mit Gutscheinpreisen gewürdigt. Die beiden verhinderten Preisträger wurden vertreten. Im Bild hinten: Vereinsvorsitzende Anette Jansen und Michael Müller. Foto: Hannelore Nowacki

Eva Charlotte Bechtold aus Heppenheim (von links) hatte die Jury mit ihrem großformatigen „Großstadtgetriebe“ beeindruckt und erhielt den Kunstpreis Platz 1, der mit 300 Euro dotiert ist. Vor vielen Jahren hatte sie schon einmal an der Ausstellung teilgenommen und einen Preis erhalten. Karin Kück erreichte mit ihrer Abendstimmung von „Las Vegas“ Platz 2. Gerhard Gärtner erhielt den Skulpturenpreis. Karin Herbsthofer aus Griesheim kam mit ihren bildlich verarbeiteten „Zitronen“ auf Platz 3, war jedoch verhindert. Die Arbeiten der beiden einzigen jugendlichen Teilnehmer Lea Hoffmann (Mitte) und Margarita Vollmer wurden nicht bewertet, aber mit Gutscheinpreisen gewürdigt. Die beiden verhinderten Preisträger wurden vertreten. Im Bild hinten: Vereinsvorsitzende Anette Jansen und Michael Müller. Foto: Hannelore Nowacki

BÜRSTADT – Der Blick auf die Welt ist so vielfältig wie die Menschen. Wie fantasiereich und tiefgründig dieser Blick in Kunst umgesetzt werden kann, war am vergangenen Wochenende im Bürgerhaus zu sehen und zu erleben.  Der Künstlerverein Bürstadt hatte von Freitag bis Sonntag bei freiem Eintritt zu seiner jährlichen  Kunstausstellung eingeladen. Das diesjährige Motto „Wir brennen für die Kunst“ war schon im Bürgerhaushauspark erkennbar – Flammen loderten aus künstlerisch gestalteten Metallbehältern empor und spendeten Wärme. Die Parkplätze waren am Sonntag in der Umgebung der Bürgerhauses weitgehend belegt, ein untrügliches Zeichen für den starken Besucherstrom.

In den weiten Wandelgängen zwischen den Stelltafeln flanierten die Besucher zu den Werken der Kunstschaffenden, blieben stehen, vertieften sich in Details und Strukturen. Im Gespräch mit den Künstlerinnen und Künstlern war zu erfahren, was sie im tiefsten Innern zu ihren Werken inspirieren mag oder  welche Materialien sie verwenden. Beruflich etablierte Kunstschaffende und Hobbykünstler waren vertreten. Erstaunliche Motive waren zu sehen und solche, die der  Schönheit von Blumen, Tieren und Alltäglichem Ausdruck geben. Auch das menschliche Gesicht und der unbekleidete Körper bieten unendliche Möglichkeiten der künstlerischen Darstellung, wie vielfach zu sehen war. Doch Kunst muss nicht Gestalt und gegenständliche Form annehmen.

„Ich liebe die Abstraktion und ich mag kräftige Farben“, erklärte Karin Maas. Gegenständlich sind die bunten Glanzstücke, die Manfred Blößer aus Extruderhartschaum modelliert, mit Acrylfarben bemalt und zum Schluss mit Lack überzieht – zum Beispiel fröhliche Pinguine oder eine wetterfeste,  geschwungene Sitzbank. Kunstvolle Gebilde aus natürlich gewachsenem Holz verarbeitet Gerhard Gärtner zu Kunstwerken. Auch im Urlaub kommt so manches schwerwiegende Fundstück in den Kofferraum. Für sein Werk „Verbogen“ erhielt er den Kunstpreis des Künstlervereins in der Sparte Skulpturen. Gustav Armbruster aus Hockenheim setzt in seiner Bilderserie „Sehen in anderen Welten“ auf farbige Strukturen, die aus bis zu zehn Schichten mit Bauschaum, Gips und Farbe entstehen. Diese Bilder tragen keine Namen, denn der Künstler meint: „Der Betrachter soll sich mit den Arbeiten beschäftigen – und jeder sieht etwas anderes“. Doch was auf seinen Bildern wie Gold aussieht, ist auch Gold.

Bei Jana Haft aus Groß-Rohrheim beißt sich eine Schlange in den Schwanz. Machen das nicht eher die Katzen, zumindest sprichwörtlich? Ihre bunte Regenbogenschlange stehe sinnbildlich für den Kreislauf der Natur, erklärt die Künstlerin. In früheren und anderen Kulturen stehe die Schlange für Heilung und Weisheit, stelle also ein positives Symbol dar. Karin Maurer lässt sich vom Leben in Afrika inspirieren, das sie selbst kennengelernt hat. Menschen, Tiere und Landschaften sind ihre künstlerische Leidenschaft. Am Samstag hatte sich eine sechsköpfige Jury unabhängiger Kunstexperten von den ausgestellten Werken ein Bild gemacht und diese nach einem Punktesystem bewertet. Wie Karin Maurer vom organisierenden Art-Team im Gespräch mit dem TIP erklärte, errechnet ein Computerprogramm die Sieger nach Punkten. Zur Verleihung des Kunstpreises 2014 am Sonntag riefen Anette Jansen, zweite Vereinsvorsitzende, und Michael Müller die Preisträger auf die Bühne. Unzählige Glückwünsche folgten.

Hannelore Nowacki

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Geschrieben in: Bürstadt und Stadtteile

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