Mo., 21. August 2017
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Chormusik, die zu Herzen ging

Konzert des MGV 1840 Lampertheim hatte „Herzstücke“ im Programm

Der Gemischte Chor hatte den „Liebeswalzer“ im Programm, den Sänger Hans Ludwig Griesheimer dirigierte, während Dirigentin Elisabeth Seidl mit Manuel Jandl das Stück vierhändig am E-Piano begleitete. Foto: Hannelore Nowacki

LAMPERTHEIM – Zwei Aufführungen hatten die „Herzstücke“ des MGV 1840 in der Martin-Luther-Kirche, die sich am Samstagabend und Sonntagnachmittag für zwei Stunden  in einen stimmungsvollen Konzertsaal verwandelte. Am Sonntag war das Konzert nahezu ausverkauft. Das Publikum spendete reichlich Beifall und am Schluss gab es mit dem Stück „Teure Heimat“ aus der Oper Nabucco von Giuseppe Verdi noch eine sehnsuchtsvolle Zugabe. In zwei Teilen, die durch eine gesellige Pause mit Getränken und Knuspergebäck verbunden waren, präsentierten die Chöre des MGV 1840 unter der Gesamtleitung von Elisabeth Seidl „Lieder, die uns am Herzen liegen“ mit Chormusik von der Klassik bis zur Moderne im zweiten Teil. Neben den drei Stammchören des Gesangvereins, Männerchor, Frauenchor und Gemischter Chor, traten der Chor Joyful und das Männerensemble auf. Zweimal hörte das Publikum alle Chöre gemeinsam – zunächst am Ende des zweiten Teils mit dem „Chor der Gefangenen“ aus der Oper Nabucco und zum Schluss mit dem schwungvollen Trinklied aus „La Traviata“. Bei insgesamt 22 Stücken und der gehaltvollen Zugabe entfalteten die Chöre eine Kraft und Ausstrahlung, die dem Publikum offenkundig zu Herzen ging. Die  kurzweilige, abwechslungsreiche Auswahl führte die Zuhörer von einem Höhepunkt zum nächsten, einmal besinnlich, gar schwermütig, dann wieder heiter, fröhlich und beschwingt.  Vereinsvorsitzender Holger Schneibel dankte der „Hausband“ des MGV 1840 für die musikalische Begleitung des Konzerts – Manuel Jandl am E-Piano, Frank Willi Schmidt wechselnd am Kontrabass und am E-Bass, Michael Fischer am Schlagzeug und Percussion. Der Martin-Luther-Gemeinde, die ihre Kirche zur Verfügung stellte, und der Stadt Lampertheim mit „cultur communal“ als Mitveranstalter dankte Schneibel für die stets kompetente Unterstützung. Der Männerchor jubilierte zu Beginn mit „Die Vesper“, ein Stück von Beethoven. Besinnlich gestimmt folgte der Gemischte Chor mit Mozarts „Ave verum“, begleitet mit Kontrabass und Klavier. Der Frauenchor folgte mit Josef Rheinbergers „Venite populi“. Ergreifend vom Chor Joyful gesungen war das „Hallelujah“ von Leonard Cohen, „Pride – in the Name of Love“ folgte als Steigerung, am Schluss fassten sich die Sängerinnen und Sänger an den Händen. Das Lied von den Bergen, wo die Winde säuseln und die Bäche rauschen, höre sich in der Originalsprache viel schöner an als eine Übersetzung, weshalb der Frauenchor das Lied „Pa fjället i sol“ auf Schwedisch einstudiert hat. Von einer Blumenwiese mit dem Treiben von Bienen und Schmetterlingen sang der Frauenchor im Lied „Schön Blümelein“ von Robert Schumann aus dem Jahr 1840. Franz Schubert hatte „Die Nacht“ in Noten gefasst, der Männerchor intonierte die Stille und himmlische Ruhe. Fröhlich ging es im  „Türkischen Schenkenlied“ von Mendelssohn-Bartholdy zu, das er 1840 geschrieben hatte und darin besonders den guten Weinjahrgang 1811 lobpreiste.

Das Publikum spendete reichlich Beifall, wie hier begeistert für den Gemischten Chor des MGV 1840. Foto: Hannelore Nowacki

Mit vier Stücken aus dem achtzehn Stücke umfassenden Liebesliederwalzer von Johannes Brahms begeisterte der Gemischte Chor das Publikum, eine Erinnerung an das Jubiläumskonzert in der Hans-Pfeiffer-Halle. Da Elisabeth Seidl mit Manuel Jandl die Lieder vierhändig am  Klavier begleitete, dirigierte Sänger Hans Ludwig Griesheimer. Nach der zwanzigminütigen Pause besang der Gemischte Chor das „Zigeunerleben“ von Robert Schumann und der Männerchor anschließend den „Zecher“ von Bernhard Weber und schwungvoll den „Jägerchor“ von C. M. Weber. Dem Männerensemble gelang großartig, was sonst Herbert Grönemeyer singend eindrucksvoll in Worte fasst: „Männer“, die außen bekanntlich hart und innen ganz weich seien. Nach dem „Mambo“ des Männerensembles, ebenfalls von Grönemeyer, wird man kaum noch bei der Parkplatzsuche klagen, die Erinnerung an diese lustige Präsentation könnte reichen, um mit der Welt versöhnt zu sein. Der Chor Joyful erfreute das Publikum mit drei  weiteren Stücken: „Just the Way You Are“, „Fields of Gold“ und „Africa“, das überraschend mit Händereiben anfing und danach mit rhythmisch perfektem Fingerschnippen ein musikalisches Erlebnis wurde und mit Gesang endete. Das besinnliche „On My Own“ sangen Chor Joyful und der Frauenchor gemeinsam, der danach heiter und beschwingt „I’m Singin In The Rain“ aus einem Tanzfilm aus dem Jahr 1952 sang, ganz nach dem Motto „im Herzen ist der wahre Sonnenschein“. Hannelore Nowacki 

 

 

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