Mo., 20. November 2017
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Von: 14. November 2017 weiterlesen →

Biblis steuert auf mehr Lebensqualität zu

Erstes Förderprogramm begünstigt viele weitere / Die Bürger sind gefragt

Bürgermeister Felix Kusicka und die Vorsitzende der Gemeindevertretung Rita Schramm erläuterten bei einer Pressekonferenz die Auswirkungen und Chancen der Förderprogramme für die Entwicklung in Biblis. Foto: Hannelore Nowacki


BIBLIS – Jetzt geht es los. Nachdem der Aufnahmeantrag der Gemeinde Biblis in das Förderprogramm „Stadtumbau in Hessen 2017“ Erfolg hatte, wird das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) in den nächsten Tagen ausgeschrieben und schon im Januar rechnet Bürgermeister Felix Kusicka mit der Auftragsvergabe an das ausgewählte Beratungsunternehmen mit einem interdisziplinären Ansatz – Begrünung, Klimaschutz und Barrierefreiheit gehören dazu. Den Förderbescheid über die Fördersumme von 426.000 Euro hatte Ministerin Priska Hinz ihm erst am vergangenen Mittwoch in Wiesbaden übergeben. Bei einer Pressekonferenz im Rathaus am Montagvormittag erläuterte Bürgermeister Kusicka gemeinsam mit Rita Schramm, Vorsitzende der Gemeindevertretung, die konkreten Auswirkungen für die Entwicklung in Biblis. Die Fördersumme ist abrufbar bis 2023, während die Gesamtsumme 632.500 Euro beträgt, demnach liegt die Förderquote genau bei 67,35 Prozent, eine Quote von etwa zwei Dritteln, mit der Kusicka zufrieden ist. Besonders erfreulich für Biblis: Dies ist erst der Anfang, denn mit diesem ersten Förderbescheid öffnen sich für die Gemeinde Biblis weitere Fördertöpfe, die Gelder summieren sich. Dieser „kumulativen Zugriff“ auf weitere Förderprogramme vervielfacht die Möglichkeiten der Entwicklung. Zunächst geht es im Entwicklungskonzept ISEK um die Öffentlichkeitsarbeit, die Steuerung und Grunderwerb. Eigene Schwerpunktthemen, die nächsten Schritte und die Ausgestaltung der Maßnahmen und Finanzen sind zu definieren. Am Ende steht für die Gemeinde Biblis ein Kostenrahmen von zehn bis elf Millionen Euro in Aussicht, die in der Kerngemeinde und in den Ortsteilen investiert werden. „Eigenes Geld“ werde nur in geringem Umfang fällig, betonten Kusicka und Schramm. In der Kombination mit anderen Förderprogrammen gebe es sogar 70 bis 90 Prozent Förderquoten, eine Möglichkeit, die Kusicka auch für Biblis erhofft. Als Ziel sieht Kusicka, dass „etwas Lebendiges“ entstehen werde, „keine kommunalen Denkmäler“. Gemeinsam mit den Bürgern werde Biblis entwickelt, Informationsveranstaltungen und Workshops werden angeboten. Schramm wünscht sich eine „rege Teilnahme der Bevölkerung“. Schon die Teilnahme von etwa 120 Zuhörern bei der Bürgerversammlung im Frühjahr habe das große Interesse am Thema gezeigt. Eine bürgerschaftliche Energie, die für die Bibliser Zukunft prägend sein werde. Für den bisherigen Leitsatz „Biblis – neue Energien nutzen“, der auch beim Förderantrag eingesetzt wurde und Biblis als Standort für regenerative Energien ausweist, stellt sich Kusicka im Sinne der Bürgerbeteiligung eine erweiterte Definition vor: „Die Energien der Bürgerschaft“. Um welche städtebaulichen Defizite es in Biblis geht, stellte Kusicka im Einzelnen vor, mit besonderer Betonung auf zwei „Hotspots“, das Bahnhofsumfeld mit Bahnhofsstraße und das Rathausquartier. Eine Aufwertung der Ortseingänge ist geplant sowie die Aufwertung bestehender Grünflächen und des Gemeindesees und mehr Straßenbegrünung. Nachdem die Gemeinde Biblis einige Liegenschaften wie das Bahnhofsgebäude und das ehemalige Ärztehaus in der Bahnhofstraße erworben hat, liege die gemeindliche Entwicklung in eigener Hand. „Das war mir wichtig“, betonte Kusicka. Die Bahnhofstraße soll zu einem attraktiven Eingangsbereich der Gemeinde werden, am Bahnhof steht die Entwicklung von Parkplätzen auf der Agenda, ein ansprechendes Wohnareal soll in der Bahnhofstraße entstehen. Davon ausgehend versprechen sich Kusicka und Schramm einen Impulseffekt zu einer „neuen Mitte“. Einige Herausforderungen gebe es durch den Denkmalschutz, unter anderem in der Bachgasse und der Hochschildstraße. Dabei geht Kusicka von einer langfristigen Planung aus. Alles in allem stellte Bürgermeister Kusicka „eine große Chance in Biblis“ fest. Hannelore Nowacki

Geschrieben in: Biblis und Ortsteile, Lokal

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