Von 2. Februar 2016 Weiter lesen →

Auch nach vier Wochen Ehe noch glücklich

Bibliser Standesamt von Stadt Bürstadt übernommen / Trauungen in Biblis weiterhin möglich

Wo die Liebe hinfällt… Nach vier Wochen zeichnet sich der Zusammenschluss der Standesämter von Biblis und Bürstadt als Paradebeispiel interkommunaler Zusammenarbeit ab. Foto: Benjamin Kloos

Wo die Liebe hinfällt… Nach vier Wochen zeichnet sich der Zusammenschluss der Standesämter von Biblis und Bürstadt als Paradebeispiel interkommunaler Zusammenarbeit ab. Foto: Benjamin Kloos

BÜRSTADT/BIBLIS – Seit Januar sind sie ein besonderes „Ehepaar”: Die beiden Standesämter in Bürstadt und Biblis. Nachdem Bürstadts Bürgermeisterin Barbara Schader und der Bibliser Bürgermeister Felix Kusicka im vergangenen Jahr die entsprechende öffentlich-rechtliche Vereinbarung unterschrieben, übernahm das Standesamt Bürstadt zum 4. Januar die verwaltungstechnischen Arbeiten wie die Anmeldung zur Trauung, die Beurkundung von Sterbefällen sowie die Bekanntgabe von Hausgeburten – letztere ist jedoch eher selten, da die meisten Geburten in den Krankenhäusern der Region stattfinden.

Trauungen sind aber neben dem Rathaus und dem Historischen Rathaus in Bürstadt auch weiterhin im Trauzimmer in Biblis möglich – durchgeführt werden diese durch Standesbeamtin Anne Gaspar, die in der Bibliser Verwaltung nach der Zusammenlegung der Standesämter auch andere Aufgabenbereiche übernommen hat.

„Organisatorisch als auch technisch ist die Umsiedlung der Standesamtes Biblis mit allen Akten während des allgemeinen Geschäftsbetriebes reibungslos gelungen, auch in unserem Archiv konnten wir entsprechenden Platz schaffen. Einen riesigen Dank an die Mitarbeiter beider Standesämter für diese tolle Leistung und das außergewöhnliche Engagement. Bis in die Abendstunden und sogar am Wochenende wurde alles dafür getan, dass die organisatorische und technische Umsetzung der Standesamtübernahme so gut verlaufen ist”, betonte Bürgermeisterin Schader.

„Es hat sich bewahrheitet, dass der Weg der richtige war, trotz aller emotionaler Diskussionen im Vorfeld”, ergänzte Bürgermeister Kusicka. „Dies wird sich mit Sicherheit auch in der Zukunft so bestätigen.”

Freuen sich über die gelungene „Hochzeit" der Standesämter: Die Bibliser Standesbeamtin Anne Gaspar, Bürgermeister Felix Kusicka, Bürgermeisterin Barbara Schader und der Bürstädter Standesbeamte Peter Jakob (v.l.) Foto: Benjamin Kloos

Freuen sich über die gelungene „Hochzeit“ der Standesämter: Die Bibliser Standesbeamtin Anne Gaspar, Bürgermeister Felix Kusicka, Bürgermeisterin Barbara Schader und der Bürstädter Standesbeamte Peter Jakob (v.l.) Foto: Benjamin Kloos

Dass die neue Konstellation angenommen wird, belegen die Zahlen: Bereits am ersten Arbeitstag, dem 4. Januar, wurden zwei Sterbefälle aus Biblis beurkundet. Und zur Freude der Standesbeamten hat am gleichen Tag ein Vater aus Biblis eine Hausgeburt angezeigt, die sofort beurkundet werden konnte. Bis zum Dienstag wurden insgesamt acht Sterbefälle beurkundet. Mitte Februar findet die erste Eheschließung in Biblis statt, für das gesamte Jahr 2016 liegen insgesamt bereits zehn Anmeldungen für Eheschließungen aus Biblis vor.

Barbara Schader als auch Felix Kusicka sprachen von einer finanziellen Win-Win-Situation für beide Gemeinden: Biblis spart im jährlichen Haushalt insgesamt etwa 50.000 Euro. Und das, obwohl die Gemeinde 33.350 Euro an Bürstadt  überweist – damit hier der zusätzliche Arbeitsaufwand durch das vorhandene Personal abgedeckt werden kann. „Zusätzlich haben wir in Bürstadt jährlich weitere Einnahmen von 8.000 bis 10.000 Euro durch Gebühreneinnahmen, beispielsweise für Urkunden”, ergänzte der Standesbeamte Peter Jakob. Übrigens musste niemand in Biblis um seinen Arbeitsplatz zittern. Denn zwei der bisherigen drei Standesbeamten schieden im Herbst bzw. scheiden im Frühjahr aus dem Dienst aus.

„Dies ist ein Paradebeispiel, wie interkommunale Zusammenarbeit abgewickelt und gestaltet werden soll. Das gegenseitige Vertrauen bei einer solchen Zusammenarbeit ist wichtig, ebenso wie der offene Dialog auf Augenhöhe. Wir wünschen uns ebenso reibungslose Abläufe in anderen interkommunalen Bereichen”, freuten sich die beiden Gemeindeoberhäupter. Und auch Standesbeamter Peter Jakob zeigte sich begeistert: „Wir wurden bereits mehrfach von anderen Gemeinden kontaktiert, das Modell hat überregional Beachtung gefunden. Danke für die wunderbare Zusammenarbeit mit den Kollegen in Biblis. Es war besonders technisch eine Herausforderung, wir wussten aber bereits Anfang Dezember, dass alles funktioniert, alles läuft reibungslos.” Benjamin Kloos

 

 

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