Fr., 22. September 2017
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Von: 12. September 2017 weiterlesen →

Aktiv gegen Cybermobbing

7. Klassen des LGL im Umgang mit sozialen Netzwerken geschult / Auch andere Schulen aktiv

Peter Hoffmann, Jugendkoordinator der Polizeidirektion Bergstraße, diskutierte mit den Schülern der 7. Klassen des LGL über die Konsequenzen von Cybermobbing. Foto: Benjamin Kloos


LAMPERTHEIM – Oft tragen Heranwachsende Konflikte im Internet, in Chats oder Messengern, aus. Sie beschimpfen oder beleidigen sich, verbreiten Gerüchte, peinliche Bilder oder Clips – oft gezielt und dauerhaft. Laut offiziellen Studien kennt jeder Dritte zwischen zwölf und 19 Jahren jemanden, der online gemobbt wurde, 8 Prozent waren selbst schon einmal betroffen. Grund genug für das Lessing-Gymnasium, erstmals für alle 154 Schüler der sechs 7. Klassen des LGL einen Projekttag zur Medienerziehung und zur Prävention gegen Cybermobbing durchzuführen. Dabei ging es besonders um die Gefahren im Netz durch das Cybermobbing, aber auch um den richtigen Umgang mit den neuen Medien.
Der ganze Schulmorgen stand dabei für Informationen und Gespräche zur Verfügung. In der ersten Stunde führten die Klassenlehrer in das Thema ein und sensibilisierten ihre Schüler wie bereits in den vergangenen Tagen hierzu, bevor in der zweiten Stunde allen Schülern gemeinsam der Film „Netzangriff” aus dem SWR-Jugendkino gezeigt wurde. In diesem verliert die 16-jährige Clara ihr Handy – mit schlimmen Folgen. Plötzlich tauchen private Fotos von ihr im Internet auf und sie wird von allen Seiten gemobbt. Wie man mit einer solchen Situation richtig umgeht, darüber informierten Vertreter der Polizei. Denn in der dritten Stunde stand jeweils ein Polizeibeamter für zwei Klassen zur Nachbesprechung zur Verfügung – in intensiven Gesprächen klärten diese über die richtigen Konsequenzen auf und stellten sich dabei den Fragen der interessierten Schüler. Dabei wurden nochmals die Auswirkungen des Einstellens privater Bilder auf Facebook oder Instagramm anschaulich verdeutlicht und die Gefahren aufgezeigt – nicht nur in Bezug auf Cybermobbing sondern auch mit Blick in die Zukunft, da Arbeitgeber regelmäßig die Facebookseiten ihrer potentiellen neuen Angestellten durchleuchten. Peter Hoffmann, Jugendkoordinator der Polizeidirektion Bergstraße, stellte zudem unter anderem klar, das Mobbing nur dann Erfolg hat, wenn andere applaudieren oder es unterstützen. „Wenn der Mobber und sein Opfer allein dastehen, wird es dem Täter schnell langweilig”, berichtetet er aus der Erfahrung der Polizei heraus.
Damit die Informationen, die den Schülern an diesem besonderen Tag vermittelt wurden, auch in deren Köpfen bleiben, stand in der fünften Stunde eine besondere Aktion auf dem Plan: In ihren Klassenverbänden sollten die Klassen gemeinsam mit ihrem Lehrer eine Vereinbarung formulieren, in der sich alle Schüler deutlich gegen Cybermobbing aussprechen und diese anschließend unterzeichnen. Zur dauerhaften Erinnerung wird diese Charta im jeweiligen Klassenraum aufgehängt.
„Wir wollen ein symbolisches Zeichen gegen Cybermobbing setzen”, betonte Sylvia Ockernagel, die als Lehrerin des LGL Koordinatoren des Projekttages war, im Gespräch mit dem TIP. „Unser Ziel ist es, in den kommenden Jahren von Klassenstufe 6 und 7 aus aufbauend für dieses wichtige Thema sensibilisieren und dass jede Klasse eine solche Vereinbarung erstellt. Denn wir wollen eine Schule gegen Cybermobbing sein!”
Auch in anderen Schulen der Res Ried wird aktiv gegen Cybermobbing vorgegangen, so etwa in der Schillerschule in Lampertheim, wo am Mittwoch eine Elterninformation zu diesem Thema stattfand. Damit Cybermobbing im Ried keine Chance hat. Benjamin Kloos

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